Noch mal 40 Jahre Wüste

Die Israeliten dachten schon, sie wären am Ziel
Die Israeliten zogen weiter durch die Wüste, bis sie eines Tages endlich an der Grenze nach Kanaan standen. Mose sprach zu ihnen: "Dies ist das Land, das Gott uns versprochen hat. Geht hin und besiedelt es!" Die Israeliten schickten zwölf Kundschafter aus – einer aus jedem der Stämme Israels. Diese sollten in Erfahrung bringen, welche Früchte dort wachsen, wie die Menschen dort sind und leben.Hätten wir Ägypten doch nie verlassen!
Als die Kundschafter nach sechs Wochen ins Lager zurückkehrten, versammelten sich die Israeliten. Denn sie waren schon sehr gespannt darauf, was die Männer herausgefunden hatten. Die Kundschafter schwärmten von den herrlichen Früchten und ließen die Menschen davon kosten.
Aber einige ihnen sagten: "Wir werden dieses Land nicht erobern können. Denn die Städte sind stark befestigt und die Bewohner groß und stark wie Riesen." Die Israeliten beklagten sich bei Mose: "Hätten wir doch Ägypten nie verlassen! Gott hat sich gegen uns gestellt. Warum schickt er uns auf eine so lange Wanderschaft, wenn er uns kurz vor dem Ziel sterben lässt?!"
Kaleb, einer der Kundschafter, sagte: "Gott wird uns das Land geben, das er uns versprochen hat. Macht euch also bereit zum Angriff!" Auch Josua, ein anderer Kundschafter, schloss sich Kalebs Meinung an. Doch die zehn anderen fielen Kaleb und Josua ins Wort und meinten: "Wir werden es nicht schaffen und sollten deshalb aufgeben."
Niemand hört auf Kaleb und Josua
Die Israeliten hörten mehr auf die zehn Kundschafter als auf Kaleb und Josua. Als Kaleb und Josua ihnen Mut machen wollten, bewarfen sie die beiden sogar mit Steinen.
Da erschien plötzlich ein helles Licht, und die Menschen erstarrten vor Schreck. Gott sprach aus dem Licht zu Mose: "Die Israeliten werden nie daran glauben, dass ich ihnen das versprochene Land geben werde. Sie gehorchen mir nicht. Deshalb sollen sie noch einmal vierzig Jahre durch die Wüste wandern. Aber ihre Kinder werden das Land erobern, und Kaleb und Josua werden mit ihnen gehen. Morgen wirst du das Volk in die Wüste zurückführen."
Mose ist ungehorsam
Das Volk machte sich, angeführt von Mose, wieder auf den Weg durch die Wüste. Einmal hatten sie ihre Zelte an einem Ort aufgestellt, wo es kein Wasser gab. Sie begannen zu murren und sich bei Mose zu beklagen: "arum hast du uns in die Wüste geführt?! Wären wir doch nur in Ägypten! Da könnten wir uns wenigstens statt essen. Hier haben wir noch nicht einmal Wasser!"
Da sprach Gott zu Mose: "Nimm deinen Stab, rufe alle Israeliten zusammen und sprich zu dem Felsen dort hinten. Ich werde für euch Wasser heraus sprudeln lassen." Mose befahl dem Volk, mit ihm zum Felsen zu gehen. Er war wütend über die ewige Nörgelei der Israeliten und schrie: "Hört, ihr Nörgler! Ich werde euch Wasser geben!"
Mose befolgte nicht den Auftrag Gottes, sondern schlug in seinem Ärger mit aller Kraft seinen Stab gegen den Felsen. Sofort strömte Wasser heraus. Die Menschen fingen soviel Wasser in Krügen auf, wie sie brauchten. Mose aber tat es nun Leid, dass er Gott gegenüber ungehorsam war.
(Nacherzählt aus Numeri 13, 14 und 20)
Kurz erklärt
Liebe Kinder,nach 40 Jahren mühsamer Wanderschaft stehen die Israeliten nun endlich vor der Grenze des Landes, das Gott ihnen versprochen hat. Ihr Ziel liegt vor ihnen – greifbar nahe. Doch sie zögern und schicken erst mal Kundschafter aus.
Und die kommen – beladen mit herrlichen Früchten, die in Kanaan wachsen – wieder zurück. Ein Grund mehr zur Freude. Aber dann die Ernüchterung: Die Kundschafter erzählen von den dicken Mauern der Städte und der Stärke der Menschen im Land.
Die Israeliten möchten nichts riskieren, lassen ihre Enttäuschung aber an Mose aus, indem sie ihn beschimpfen: "Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt? Was ist das für ein Gott, der uns hierher geführt hat uns und nun doch im Stich lässt?"
Kneifen vor der Mathe-Arbeit
Kennt ihr solche Situationen, in denen ihr kurz vor dem Ziel aufgebt, weil ihr die letzte Hürde oder Anstrengung scheut? Ich selber erinnere mich an eine schwere Mathe-Arbeit. Ich habe fleißig gelernt – bis auf die letzten Tage vorher. Da kam ich einfach nicht mehr weiter. Der Lernstoff war verflixt schwer.
Unter uns gesagt: Ich war auch zu bequem. Denn im Fernsehen lief eine Serie, die ich immer schon mal sehen wollte. Und statt anschließend weiter zu lernen, bin ich zu meiner Freundin gegangen und habe mit ihr Gitarre geübt. Denn wir wollten eine Mädchen-Band gründen. Die Angst vor der Mathe-Arbeit holte mich am Abend vorher ein. Doch nun den schweren Stoff aufzuholen, war unmöglich.
Das Ergebnis war natürlich katastrophal. Meine Versetzung stand auf dem Spiel, und Band-Leader bin ich auch nie geworden, dafür aber um eine Erfahrung reicher, nämlich: Es gehört nur ein wenig Mut und Entschlossenheit dazu, die letzte Hürde vor einem Ziel zu nehmen. Sie ist vielleicht die schwerste, aber sie zu überspringen lohnt sich.
Dies setzt Einsatzbereitschaft und Geduld mit sich selber voraus, aber auch Vertrauen in sich selbst und natürlich auch Vertrauen auf Gott.
