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Kirche für Kids  Seite drucken

Ist Gott unsichtbar?

Himmelsleiter
© Lilya/Fotolia.com
Einfach zu Gott in den Himmel spazieren und ihn sich angucken - so leicht ist es nicht. Doch Gott begegnest du auch hier auf Erden: zum Beispiel in der Natur.

Selbst der Apostel Thomas zweifelte an der Auferstehung Jesu aus dem Grab

Am Sonntag nach Ostern hören Laura und Lukas im Evangelium die Geschichte vom ungläubigen Thomas:

Jesus war nach seiner Auferstehung den Jüngern erschienen. Diese hatten sich aus Angst vor den Juden in ihrem Haus versteckt. Nur Thomas war nicht bei ihnen.

Als seine Freunde ihm vom auferstandenen Jesus erzählten, der bei ihnen war, sagte er; "Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“ (Joh 20,25).

Acht Tage später trat Jesus wieder in die Mitte seiner Jünger. Auch diesmal waren die Türen verschlossen. Er sagte zu Thomas: „"Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände. Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" Thomas antwortete: "Mein Herr und mein Gott!" (Joh 20,27-28).

Lukas möchte Gott sehen

Am Nachmittag unterhalten sich Laura und Lukas mit Lauras Mama über die Geschichte vom Apostel Thomas. Laura sagt: "Ich hätte meinen Freunden auch nicht geglaubt. Deshalb kann ich Thomas gut verstehen." Und Lukas meint: "Ja, deshalb würde ich auch gern mal Gott sehen, damit ich noch stärker an ihn glauben kann."

Lauras Mama denkt eine Weile nach und sagt: "Gott könnt ihr nicht sehen und anfassen. Aber ihr könnt ihn erfahren. Die Sonne, der Mond, die Pflanzen und Tiere – die ganze Schöpfung erzählt von Gott. Er hat alles in seiner großen Liebe erschaffen. Gott selbst ist die Liebe Und wenn wir gut zueinander sind und anderen helfen, dann wird Gottes Liebe in uns sichtbar. Dann könnt ihr Gott hören, sehen und spüren."

Die Kinder staunen. Dann meint Laura: "Ich glaube, dann besucht Gott uns auch. Denn wenn ich dir einen Kuss gebe und dich ganz fest drücke und dir sage, dass du die allerliebste Mama der Welt bist, dann ist Gott doch bei uns. Oder nicht?" Die Mutter drückt Laura ganz fest und flüstert ihr ins Ohr: "Das ist ein sehr schönes Beispiel.

Ist Gott ein alter Mann mit Bart?

Lukas sagt: "Manchmal versuche ich mir auszumalen, wie Gott aussieht. Als ich noch im Kindergarten war, habe ich ihn mir immer wie einen alten freundlichen Mann mit Bart vorgestellt." Lauras Mama fragt: "Glaubst du das jetzt auch noch?" "Nein", meint Lukas. "Aber ich weiß immer noch nicht, wie er aussehen könnte. Und ich frage mich, ob Gott sich nicht manchmal in einen Menschen verwandelt, um uns zu besuchen."

Lauras Mama antwortet: "Das hat er ja getan. Damals lebten die Menschen nicht so, wie Gott es sich wünschte. Er schickte ihnen Jesus. Und der zeigte den Menschen, dass Gott jeden liebt – besonders die Armen und Zurückgestoßenen. Durch Jesus ist Gott für uns sichtbar geworden. Jesus hat uns Menschen gezeigt, wie wir friedlich miteinander leben können.

Wenn er mit seinen Freunden und anderen Menschen zusammen saß, hat er oft von seinem Vater im Himmel gesprochen. Und von Jesus wissen wir: Gott ist gütig, er liebt uns und möchte unser Freund sein. Gott ist nicht nachtragend. Er verzeiht uns unsere Schwächen, wenn wir ihn lieben und an ihn glauben.

Und Gott steht fest zu uns, wenn wir einmal sterben müssen, wenn uns kein Mensch mehr helfen kann. Dann nimmt er uns bei sich auf – so wie er es auch mit Jesus getan hat. Bei Gott beginnt für uns ein ganz neues, ein anderes Leben. Aber wie das aussehen wird, das können wir uns nicht vorstellen. Wir müssen nur ganz fest daran glauben."

Von Margret Nußbaum
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