"Herbergen des Glaubens in unruhiger Zeit"

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Gnadenbild "Unserer Lieben Frau vom Himmelreich" in Eggerode.Bistum Münster eröffnet die Wallfahrtszeit 2006
Zu Beginn des Monats Mai ist im Bistum Münster die Wallfahrtszeit 2006 eröffnet worden. In Telgte feierte der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff mit den Gläubigen; in Kevelaer öffnete der Päpstliche Nuntius, Erzbischof Erwin Ender, die Pilgerpforte. In Eggerode bei Schöppingen begann die diesjährige Wallfahrtszeit mit einem feierlichen Gottesdienst mit Weihbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst."Wallfahrtsorte machen deutlich, dass der Glaube auf Gewissheit fußt", dies erklärte Weihbischof Tebartz-van Elst am Montag (01.05.2006) in Eggerode. Wallfahrtsorte seien Herbergen des Glaubens in unruhiger Zeit. Die Stimme des Glaubens sei in den Pilgerzentren oft deutlicher zu hören als im Alltag. Die Wallfahrtsorte könnten helfen, in die "Wohngemeinschaft des Glaubens" zu führen, sagte der Regionalbischof für die Region Borken-Steinfurt in Anlehnung an das diesjährige Wallfahrtsmotto "Kommt und seht!".
Den Blick des Anfangs kann der Pilger am Wallfahrtsort nach den Worten des Weihbischofs neu bekommen. In der Routine des Alltags gerate schnell der Zauber des Anfangs eines Glaubenslebens aus den Augen. Das Leben Mariens verdeutliche, dass die Gottesmutter in allen Situationen der Botschaft des Engels getraut habe.
"Wallfahrtsorte geben ein Gespür dafür, was möglich ist", erläuterte Tebartz-van Elst. Sie ließen die Gläubigen erahnen, welche Wege Gott heute zu den Menschen gehen wolle. Überdies ermöglichten die Pilgerorte eine "Leidenschaft für das Ganze". In ihnen könne das Feuer des Glaubens neu entfacht werden. Der Bischof machte deutlich: "Diese Leidenschaft entscheidet sich im Detail."
Eggerode zählt zu den ältesten Wallfahrtsorten im Bistum Münster. Bereits um das Jahr 1300 kamen die ersten Pilger nach Eggerode und zu dieser Zeit wurde auch eine erste Kapelle im Ort errichtet. Das erste Dokument, das die Wallfahrt bezeugt, ist ein Ablass, den Papst Benedikt XII. im Jahre 1338 den Pilgern von Eggerode verlieh. So pilgern seit mehr als 700 Jahren Wallfahrer zum Muttergottesbild – ein etwa 70 Zentimeter hohes byzantinisches Madonnenbild, das in der 1843/1844 neuerbauten und später erweiterten Kapelle ausgestellt ist. zum Anfang
