Ein Zeichen des Glaubens gesetzt

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Rekordbeteiligung bei Wallfahrt der Senioren im Bistum Bamberg
Ist heute etwa Feiertag?“ – Etwas ratlos, aber interessiert beobachteten die Erfurter Bürger am Dienstagmorgen in ihrer Stadt die Prozessionsaufstellung von rund 800 Senioren der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) aus der Erzdiözese Bamberg. Von dem Pilgerzug, der in einem kleinen Gässchen Aufstellung nahm, konnten sie zunächst nur die drei Ministranten mit ihrem Kreuz und danach die rund 25 Bannerträger der KAB-Ortsverbände erkennen.Die Rekordbeteiligung an der Jubiläumswallfahrt zeigte sich erst, als die Senioren – eskortiert von der Polizei – in einem rund 500 Meter langen Pilgerzug singend und betend durch die Erfurter Innenstadt zum Mariendom zogen. Dabei wurden sie erstmals in ihrer zehnjährigen Wallfahrtsgeschichte von einer Musikkapelle aus Wallenfels begleitet.
Der Festgottesdienst mit Bischof Joachim Wanke, KAB-Präses Albert Müller und dem ehemaligen Forchheimer KAB-Kreisverbandspräses Martin Kugler, der in Konzelebration mit Pfarrer Peter Klamt aus Bad Berneck und Aloisius Obimulu aus Forchheim stattfand, bildete den Abschluss einer Wallfahrt, die bereits in den frühen Morgenstunden ihren Anfang genommen hatte.
In insgesamt 16 Bussen waren die Senioren aus allen Teilen der Diözese Bamberg nach Erfurt angereist. Für die thematische Einstimmung auf der rund dreistündigen Busfahrt hatte das Senioren Leitungsteam der KAB, bestehend aus dem Sozialsekretär Peter Ott, der Diözesansekretärin Maria Gerstner und den Seniorenbeauftragten Gunda Albrecht und Hans Dittrich, einen Kreuzweg zum Thema „Maria – Mutter des Glaubens“ entwickelt, der die Wallfahrer auf die Abschlussmesse im Erfurter Mariendom einstimmen sollte.
In 14 Stationen, die durch ein Rosenkranzgesetz voneinander getrennt waren, vollzogen die Pilger in Schrifttexten, Gedanken, Lieder das Leben Mariens von der Verkündigung bis zu ihrer Aufnahme in den Himmel nach.
In der Festpredigt griff Bischof Joachim Wanke das Leitthema wieder auf. Er verglich Marias Mutterrolle im Glauben mit dem besonderen Verhältnis zwischen Mutter und Tochter sowie Eltern und Kindern. „Während Lehrer und Erzieher nur die Wirklichkeit betrachten und das, was jetzt fakt ist, sehen Eltern das Potential, das in ihren Kindern steckt“, betonte Bischof Wanke. Ebenso erkenne Maria als Fürsprecherin der Menschen vor Gott das Potential, das in jedem Einzelnen stecke. Dabei könnte man der Mutter, ebenso wie Gott bei einer Wallfahrt, nichts vormachen. Sie sehen die starken Seiten ebenso wie die Schwächen und die Schuld.
Das Verhältnis zueinander aber sei in beiden Fällen von großer Liebe und Vertrauen geprägt. So sei es auch ein „Geschenk der Freude“ gewesen, dass Bamberger Katholiken den Erfurter Mariendom als Pilgerort ausgewählt hätten. Damit konnten sie bei „den staunenden Erfurtern“ ein Zeichen des Glaubens setzen.
Nach dem Gottesdienst ließen die Pilger den Wallfahrtstag bei einem gemeinsamen Mittagessen im historischen Kaisersaal ausklingen, bevor es am Abend wieder zurück in die Diözese ging.
Von Andrea Schödl zum Anfang
