Jakobus und sein Wallfahrtsort

Warum so viele Menschen in eine Stadt in Spanien kommen
Jakobus war Fischer, und er zögerte keinen Augenblick, als Jesus ihn und seinen Bruder Johannes fragte, ob sie seine Jünger werden wollten. Nach der Auferstehung Jesu erzählte Jakobus vielen Menschen die frohe Botschaft weiter. Er war sehr eifrig und redegewandt und verstand es, die Menschen zu begeistern.Das passte dem König Herodes Agrippa nicht. Er ließ Jakobus verhaften und zum Tode verurteilen. Ostern im Jahr 44 wurde er hingerichtet. Er war der erste der zwölf Apostel, der den Märtyrertod starb. Später kamen die Gebeine des Heiligen Jakobus in die spanische Stadt Santiago de Compostela.
Pilger aus aller Welt
Ab dem 11. Jahrhundert pilgerten Bischöfe, Könige und einfache Bürger zum Grab des Apostels. Jakobus wurde so einer der am meisten verehrten Heiligen in Europa. Schon bald wurde Santiago de Compostela nach Rom und Jerusalem einer der größten Wallfahrtsorte der Christen.
Und auch heute noch pilgern Menschen aus aller Welt dorthin. Die Straßen, die zu diesem Wallfahrtsort führen, heißen Jakobsweg. Sie führen von allen möglichen Gegenden und Ländern Europas Richtung Santiago de Compostela und kommen auf der letzten Etappe alle zu einem großen Pilgerweg zusammen.
Die Jakobswege sind durch Tafeln und Wegschilder ausgewiesen. Die Tafeln tragen als Zeichen eine Muschel. Sie ist das Zeichen des Heiligen Jakobus. Dazu gibt es eine alte Legende:
Als das Schiff mit dem Leichnam des Heiligen Jakobus in Spanien ankam, sprang das Pferd eines jungen Adelsmannes ins Meer. Wie durch ein Wunder wurde der junge Mann lebend aus dem Wasser gezogen. Er war über und über mit Jakobsmuscheln bedeckt.
Die Jakobsmuschel wurde zum Wahrzeichen der Pilger. Sie trugen die Schalen der Jakobsmuschel als Trink- und Essgeschirr am Hut oder Mantel. Im Laufe der Jahre wurden entlang der verschiedenen Jakobswege viele Unterkünfte errichtet. Und mittlerweile zieht es jährlich an die 200.000 Menschen nach Santiagio de Compostela.
