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Prävention + Schule  Seite drucken

Die Warnung vor dem bösen Unbekannten reicht nicht aus

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© Eigensinn
Der Präventionskoffer von EigenSinn beinhaltet zahlreiche Materialien für die Präventionsarbeit in Schulen und Kindergärten.

Seit 1991 arbeitet der Verein EigenSinn in der Missbrauchsprävention

Bielefeld- Selten ist der Täter ein völlig Fremder. "Über die Hälfte der Missbrauchsfälle geschehen im direkten sozialen Umfeld eines Kindes, ein Viertel sogar in der Familie. Täter kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten", sagt Ulrike Mund, Diplom-Pädagogin und Geschäftsführerin des Bielefelder Vereins EigenSinn. Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen Bianca Post und Isabel Venne setzt sie sich für die Vorbeugung sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Jungen ein.

Das ist kein leichtes Unterfangen. Gerade bei den Jüngsten brauchen Eltern und Pädagogen großes Einfühlungsvermögen und Fachkenntnisse, um sie für das Thema zu sensibilisieren und mit ihnen Präventionsstrategien zu erarbeiten. Und dennoch sollten Kinder durch erfolgreiche Missbrauchsprävention nicht nur zu stärkeren Persönlichkeiten werden, sondern ebenso grundlege Sachinformationen erhalten, sagt Mund.

Kinder müssten wissen, dass es so etwas wie sexuellen Missbrauch gibt und dass auch vertraute Personen aus dem näheren Umfeld mitunter eine Bedrohung darstellen können. "Die simple Warnung vor dem unbekannten bösen Mann reicht da nicht aus", betont sie. Damit Kinder ihren  Eltern mitteilen können, wenn etwas vorgefallen sei, sei es darüber hinaus wichtig, so die Pädagogin weiter, ihnen das notwendige Vokabular zu vermitteln, "Deshalb stellt eine wichtige Grundlage der Missbrauchsprävention die altersgemäße Sexualerziehung dar", sagt Mund.

Kinder brauchen kompetente Ansprechpartner

Als gemeinnütziger freier Träger der Jugendhilfe ist EigenSinn seit 1991 im Raum Bielefeld und Ostwestfalen-Lippe in der Prävention von sexualisierter Gewalt aktiv. Neben Projekten für Kinder informieren die Mitarbeiter Eltern und bilden Lehrer sowie Pädagogen fort. "Es ist wichtig, dass Erwachsene umfassend informiert sind, damit sie kompetente Ansprechpartner für Kinder sind und ihnen helfen können", erläutert Mund.

Eine Unterstützung für Fachkräfte ist der sogenannte Präventionskoffer von EigenSinn. Bücher, CD-Roms, Spiele und Fachliteratur – das alles findet sich in dem Reiseutensil, das sich Lehrer und Erzieher für ihre Arbeit ausleihen können. "Genauer gesagt, bieten wir sogar drei Modelle des Koffers an", sagt Mund. "Jeweils eines für den Elementar-, den Grundschul- und den Förderschulbereich."

Ja- und Nein-Gefühle erkennen lernen  

Seit 13 Jahren kooperiert der Verein mit der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, der Polizei, dem Bielefelder Amt für Schule und den lokalen Beratungsstellen in dem Projekt "Mein Körper gehört mir!" – ein Theaterstück für die Kinder, das von Informationsveranstaltungen für Eltern und Lehrern umrahmt wird.  "Mittlerweile arbeiten wir in Bielefeld flächendeckend in allen dritten und vierten Klassen", sagt Mund.

Das Stück der Theaterpädagogischen Werkstatt ziel darauf ab, mit kleinen Spielszenen aus dem Alltagsgeschehen den Kindern den Unterschied zwischen Ja- und Nein-Gefühlen zu erklären. "Kinder sollen lernen, dass sie Nein sagen dürfen", fügt Mund zu den Zielen der Präventionsarbeit hinzu. Ihnen müsse klar gemacht werden, dass sie im Fall eines Missbrauchs niemals die Schuld tragen.

Von Christoph Meurer

Hinweis: Der Präventionskoffer kann nur innerhalb Bielefelds ausgeliehen werden. Andere Materialien des Vereins EigenSinn können jedoch aus der gesamten Bundesrepublik bestellt werden.

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Schriftstück
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Die Rahmenordnung "Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" im Wortlaut.

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Bild: © Sandra Brunsch/Fotolia.de
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Rahmenordnung zur Prävention

Kirche stellt Maßnahmenkatalog zur Vorbeugung von Missbrauch vor
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