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Katholischer Medienpreis 2006  Seite drucken

Die Kunst der Sozialklempner

Katholischer Medienpreis 2006 Preisträger Mario Kaiser mit Frau
© katholisch.de
Preisträger Mario Kaiser im Gespräch mit seiner Ehefrau.

Jurybegründung für die Auszeichnung in "Printmedien"

Auf Vorschlag der Jury zeichnet die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Katholischen Medienpreis 2006 den Beitrag von Mario Kaiser „Die Kunst der Sozialklempner“ (Der Spiegel, Nr. 35, 29.08.2005) aus.
Zum Inhalt:

Mario Kaiser schildert am Beispiel eines Landarztes in Mecklenburg-Vorpommern, einer Sozialarbeiterin in Leipzig und eines Streetworkers in Hamburg wie Menschen versuchen, den Sozialstaat an seinen Bruchstellen zusammenzuhalten. Die Protagonisten seiner „Spiegel“-Geschichte sorgen dafür, dass ein Rest an medizinischer Versorgung in strukturschwachen, sich entvölkernden Regionen aufrechterhalten wird, kümmern sich um Opfer häuslicher Gewalt und wenden sich Jugendlichen zu, die auf der Straße leben.

Journalistisch dichte Beschreibungen

Dem Autor gelingt es, die Diskussion über den Sozialstaat, der unter dem Druck veränderter wirtschaftlicher und finanzieller Bedingungen zwangsläufig im Wandel begriffen ist, aus der Sphäre des Abstrakten zu lösen und sie auf den Boden von leicht nachvollziehbaren  Alltagserfahrungen zu stellen. Es sind subjektive Beobachtungen und Momentaufnahmen. Kaiser kombiniert Elemente der Reportage mit persönlichen Wertungen, ohne dabei in wohlfeile Polemik oder gar Anklagen zu verfallen. Sein Text besticht durch einen ruhigen, leisen, sensiblen Erzählton.

Mario Kaiser liefert journalistisch dichte Beschreibungen von Personen, die sich ungeachtet eigener physischer und psychischer Belastungen unablässig darum bemühen, dass Menschen, die ganz unten sind, nicht vollends aus der Gesellschaft rutschen - Kurzporträts starker Persönlichkeiten, Einzelkämpfer, die mehr tun als das, wozu sie durch ihren Beruf verpflichtet sind. Durch ihre Arbeit, so unterschiedlich sie ist, fließt ein Strom der Liebe. Sie lassen sich durch Rückschläge nicht entmutigen, sie  freuen sich über jeden erfolgreichen „kleinen Schritt“. Und so setzen sie Zeichen der Hoffnung, verbreiten Optimismus in einer Zeit, in der viele vor den Problemen des Alltags kapitulieren möchten.

Zur Jury - Begründung:

Die Jury schlägt Mario Kaiser für den Katholischen Medienpreis in der Kategorie Printmedien vor. Sie würdigt damit eine journalistische Leistung, die nicht nur auf die Schwächen und enger werdenden finanziellen Spielräume des Sozialstaates verweist, sondern Menschen zur sozialen Eigen- und Mitverantwortung ermuntert.

Der Beitrag erfüllt nach Ansicht der Jury auf hervorragende Weise die Vorgabe des Katholischen Medienpreises, Orientierung an christlichen Werten zu geben, das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge zu fördern und das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein zu stärken.
  
Die Jury

Die Jury setzt sich aus Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz, des Katholischen Medienverbandes und der Gesellschaft katholischer Publizisten Deutschlands zusammen. Ihre Mitglieder sind:

Weihbischof Friedrich Ostermann, Münster, Jury-Vorsitzender
Claudia Nothelle, Berlin (ARD-Hauptstadtstudio)
Gisela Steinhauer, Köln (WDR)
Ulrich Engelberg, Essen, (Kirchenzeitung Ruhr-Wort)
Gernot Facius, Bonn (Die Welt)
Bernhard Remmers, Osnabrück (Verlagsgruppe Bistumspresse)

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