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Finanzkultur 24.01.2011 Seite drucken

Ein Wahrzeichen im Miniaturformat

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft; Werner Glatzer, Staatssekretär im Finanzministerium; Künstler Heinz Hoyer; Bundeskanzlerin Angela Merkel; und der Kölner Domprobst Norbert Feldhoff.
© KNA
Präsentieren die neue Münze: Hannelore Kraft, Werner Glatzer, Künstler Heinz Hoyer, Angela Merkel und der Kölner Domprobst Norbert Feldhoff (von links).

Der Kölner Dom ziert eine Zwei-Euro-Gedenkmünze

Köln/Berlin –  Wer schon immer wissen wollte, wie viel der Kölner Dom wert ist, bekommt nun eine Antwort: genau zwei Euro. Zumindest ziert das höchste katholische Kirchengebäude Europas ab sofort eine ebensolche Münze. Zur offiziellen Vorstellung erhielt Regierungschefin Angela Merkel im Bundeskanzleramt eine der ersten neuen Zwei-Euro-Münzen mit dem Motiv. Werner Gatzer, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, überreichte sie zudem an den Kölner Dompropst Norbert Feldhoff, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (beide SPD).

Das Geldstück gehört zur Serie "Die 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland" in der seit 2006 jährlich eine Sonderprägung veröffentlicht wird. Sie zeigt jeweils ein Wahrzeichen aus dem Bundesland, das in dem Jahr den Vorsitz im Bundesrat hat. 2011 ist dies Nordrhein-Westfalen mit Landesmutter Hannelore Kraft.

Die Zwei-Euro-Gedenkmünze mit dem Kölner Dom
© EZB
Seit Ende Januar 2011 auf dem Markt: die deutsche Zwei-Euro-Münze mit dem Kölner Dom.

Den Startschuss zur Münzserie hat der damalige Bundesfinanzminister Hans Eichel im Jahr 2004 gegeben, sagt Ingeburg Grüning, Sprecherin des Bundesfinanz- ministeriums für Münzen und Briefmarken. Die Motivauswahl liege hingegen in den Händen der einzelnen Bundesländer. Zwei-Euro-Sondermünzen gibt es in vielen Ländern. Deren Vorderseite unterscheidet sich nicht von den normalen Geldstücken. Sie zeigt den Wert der Münze und den Umriss Europas. Ganz individuell sind hingegen die Rückseiten. Diese erinnern an bedeutende Ereignisse, zum Beispiel an die Olympischen Spiele vor sieben Jahren in Athen (griechische Münze 2004) oder den 400. Geburtstag des Romans "Don Quijote" von Miguel de Cervantes (spanische Münze 2005).

Der Kölner Dom

1248 wurde der Grundstein für den gotischen Bau gelegt; Mittelschiff, Querhäuser und Seitenschiffe entstanden bis 1560. Reformation und Gegenreformation stoppten den Bau, erst im 19. Jahrhundert wuchs der Wunsch nach Vollendung, die 1880 erfolgte. Erheblichen Schaden nahm der Dom im Zweiten Weltkrieg und durch Umwelteinflüsse. Etwa 90 Handwerker arbeiten ständig an dem Gotteshaus.
Eine Ausnahme bilden die deutschen Sondermünzen. Hier werden keine historischen Ereignisse, sondern zwischen 2006 bis 2021 jeweils ein Bauwerk aus einem Bundesland in Nickel und Messing geprägt. Was dabei auffällt: In sieben von 16 Fällen handelt sich um Kirchen oder kirchliche Gebäude. Neben dem Kölner Dom sind bereits der Hamburger Michel (2008) und die Saarbrücker Ludwigskirche (2009) erschienen. Geplant sind unter anderem noch das Kloster Maulbronn für Baden-Württemberg im Jahr 2013 und der Magde- burger Dom für Sachsen-Anhalt 2019.

Zwei Euro reichen für den Dom nicht aus

Zu den anderen Münz-Wahrzeichen gehören das Lübecker Holstentor, das für Schleswig-Holstein den Auftakt der Serie bildete, und die Wartburg in Thüringen, mit der sie enden soll. "Dass die Serie relativ oft Kirchen als Motiv zeigt, liegt daran, dass diese häufig zu den bekannten Sehenswürdigkeiten eines Landes zählen", sagt Grüning. Immerhin sollen die Motive "typisch und repräsentativ" sein. In der Tat ist der Kölner Dom die beliebteste Sehenswürdigkeit in Deutschland. Das Gotteshaus landete bei einer Online-Umfrage zum vierten Mal in Folge auf Platz eins, teilt der Deutsche Tourismusverband (DTV) mit. Auf Rang zwei und drei wählten die 1.600 vom DTV und dem Portal meinestadt.de befragten Internetnutzer die Frauenkirche in Dresden und das Brandenburger Tor.  

Die Popularität des Gebäudes haben sich auch bereits die Finanzfachkräfte des Vatikans zu Eigen gemacht. Die Zwei-Euro-Sondermünze aus dem Jahr 2005 zur Erinnerung an den Weltjugendtag in Köln zeigt ebenfalls den Kölner Dom.

Euro-Münze Vatikan mit dem Kölner Dom
© EZB
Die Euro-Münze des Vatikans mit dem Kölner Dom als Motiv aus dem Jahr 2005.

Die vatikanische Dom-Münze gibt es lediglich in einer Auflage von 100.000 Stück, weshalb sie, wie alle Geldstücke des Kirchenstaates, ein heißbegehrtes Sammlerobjekt ist. Vom deutschen Zwei-Euro-Stück mit dem Kölner Wahrzeichen sollen laut Bundes- finanzministerium 30 Millionen geprägt werden. Doch selbst diese unvorstellbare Menge reicht nicht aus, falls jemand mal auf die abstruse Idee kommen sollte, das Wahrzeichen Kölns kaufen zu wollen. Allein 30.000 Euro kostet der Unterhalt des Kölner Doms täglich, also gut zehn Millionen Euro pro Jahr. Würde man dies in Zwei-Euro-Stücken bar bezahlen, ergebe das einen Stapel von 11.000 Metern Höhe.

Von Christoph Meurer (mit Material von KNA)

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