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Junge Mutter mit ihrem Baby
Kirchliche Hilfsangebote  Seite drucken

Wie hilft die katholische Kirche jungen Eltern?

Beratung und praktische Hilfe

„An der Basis vor Ort läuft unglaublich viel“, sagt Julia Basan vom Referat Familie und Generationen des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg. „Hier erfahren vor allem auch junge Familien Unterstützung – durch Beratung oder praktische Hilfe.“ Im Rahmen eines auf drei Jahre angelegten Projektes „Stark für Familien“ nahmen insgesamt 220 Projekte verschiedener Landesverbände an einem Ideenwettbewerb teil.

Familienpatenschaften

Den ersten Preis im landesweiten Ideenwettbewerb erhielt das Projekt „Familienpatenschaften“ des Sozialdienstes katholischer Männer (SkM) und des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Aachen. Im Februar 2006 fiel der Startschuss für das Kooperationsprojekt. „45 aktive Patinnen und Paten kümmern sich ehrenamtlich um derzeit 41 Familien. 40 Familien stehen auf der Warteliste. Der Bedarf ist sehr groß und die Bereitschaft der ehrenamtlichen Paten enorm hoch“, erklärt Projektleiterin Eva-Maria Wagner. Die „Paten leisten gerade auch in jungen Familien, die nicht auf die Hilfe von Großeltern zurückgreifen können, wertvolle Dienste bei der Kinderbetreuung.“
Familienpatenschaften Aachen 

Ein weiteres Beispiel: In Iserlohn unterstützen ehrenamtliche Patinnen junge Mütter und Väter nach der Geburt ihres Kindes. „Dieses Angebot wird von Eltern in allen sozialen Schichten dankbar angenommen“, sagt Joachim Peters, Leiter der Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Caritas in Iserlohn. „Wir möchten damit eine frühe Bindung zwischen Mutter und Kind fördern. Und das gelingt nur, wenn die Mutter regelmäßig entlastet wird“, weiß Joachim Peters. 
Caritas Iserlohn

Fortbildung für junge Eltern

„Lirum, Larum, Löffelstiel – eine Lernwerkstatt fürs Leben“: So heißt ein Bildungsangebot des Caritas-Zentrums Landau für junge Mütter und Väter. Über ein halbes Jahr verteilt gibt es einmal wöchentlich Veranstaltungen zu Themen wie Schwangerschaft, Geburt, frühkindliche Entwicklung Erziehung,  Gesundheit, Ernährung, Haushalt, Geld und Umgang mit Schulden. Teilnahme und Kinderbetreuung während dieser Zeit sind kostenlos. „Mütter und Väter erwerben so Kompetenz und damit Selbstvertrauen. Das macht sie sicherer im Umgang mit ihren Kindern“, erklärt die Diplom- Sozialpädagogin Cäcilia Essiger, die das Projekt ins Leben gerufen hat und leitet. 
Caritas Zentrum Landau

Der SkF: eine gute Adresse

Als Anwalt für die Familie versteht sich der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). 120 von 160 Ortsvereinen bieten Schwangerschaftsberatung. „Sie beschränkt sich nicht nur auf die Zeit vor der Geburt, sondern bietet darüber hinaus Rat und Hilfe“, erklärt die Bundesvorsitzende Maria-Elisabeth Thoma. „Und: Aus unseren Gruppen für Mütter mit Babys und Kleinkindern entwickeln sich wertvolle Netzwerke zu anderen Institutionen rund um die Familie.“ Der SkF vermittelt und qualifiziert auch Tagesmütter. Mehr über die Arbeit des SkF bundes- und landesweit sowie vor Ort finden Interessierte im Internet.
Sozialdienst katholischer Frauen

Mutter- und Vatersein üben
 
„Die Zahl der Teenager-Mütter steigt stetig. Oft entstehen Schwierigkeiten im Umgang mit Babys, weil gerade sehr jungen Eltern überfordert sind“, weiß Daniela Veith, Leiterin des Projektes „Babybedenkzeit“ des SkF Koblenz. 60 bis 70 Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 17 Jahren – davon ein Drittel Jungen – nehmen jährlich daran teil. Jeweils zwei Mädchen oder zwei Jungen teilen sich dabei die Fürsorge für ein Baby. „Das ist natürlich nicht echt, sondern wir arbeiten mit einer Babypuppe, bei der ein winziger Computer eingebaut wurde“, erklärt Daniela Veith. Der Babysimulator schreit wie ein echtes Baby – ohne Rücksicht auf die Nachtruhe der Betreuer. Bei jedem Schreien haben die beiden Pseudo-Eltern zwei Minuten Zeit herauszufinden, ob ihr „Baby“ gefüttert, gewickelt oder herumgetragen werden möchte. „Der winzige Computer zeichnet alles auf – auch grobe und unsanfte Behandlung“, erzählt Daniela Veith. Es sei wichtig, dass bereits Jugendliche den Umgang mit einem Baby ausprobieren. „Sie erleben so hautnah, wie sie selbst bei Überforderung reagieren. Mit unserer Hilfe können sie dann Handlungsstrategien entwickeln“, meint Daniela Veith.

Familienzentren

Nordhrein-Westfalen ist das erste Bundesland, das flächendeckend Familienzentren einführt. Bereits 261 Kindertageseinrichtungen verfügen über das Gütesiegel „Familienzentrum NRW“. Bis 2012 soll die Zahl auf rund 3000 steigen. Zur Arbeit der Familienzentren gehört neben längeren und flexiblen Öffnungszeiten der Kindertagesstätten unter anderen Beratung für Eltern, Familienbildung, Sprachförderung und Vermittlung von Tageseltern. Erfreulicherweise haben eine große Anzahl der Kindertagesstätten in katholischer Trägerschaft das Gütesiegel bekommen, etwa das Familienzentrum Kindertagesstätte Haus Adelheid in Köln. Es bietet 60 Kindern im Alter von vier Monaten bis zu sechs Jahren täglich in der Zeit von 7 bis 18 Uhr qualifizierte Betreuung und Förderung.
NRW-Familienzentren 

Elternbriefe

Eine wertvolle Hilfe für das Leben von Kindern ab der Geburt bis zum neunten Lebensjahr finden Mütter und Väter in den Elternbriefen „du und wir“ – eine Initiative der katholischen Kirche. Erarbeitet werden die 36 Briefe von einem Experten-Team. Der Redaktion gehören Erziehungsberater, Ärztinnen, Theologen und Journalisten an. Die vier Elternbriefe pro Jahr sind thematisch auf das jeweilige Alter der Kinder abgestimmt. Sie sind entweder im jeweiligen Pfarramt erhältlich, können aber auch kostenlos im Internet bestellt oder herunter geladen werden.
Elternbriefe

Lena Kaufmann

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