Abraham, Sara und Hagar

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Da kamen plötzlich drei Männer Abraham besuchenWir entdecken die Bibel: das Buch Genesis
Abraham und seine Frau Sara wanderten lange Zeit durch das karge Bergland. Ihr Neffe Lot, der sich für das grüne Jordantal entschieden hatte, ließ sich in der Stadt Sodom nieder. Doch bald gab es in Sodom Krieg, und Lot wurde gefangen genommen. Als Abraham davon hörte, machte er sich sofort mit seinen Dienern und Knechten auf den Weg nach Sodom und befreite Lot. Das gefiel Gott, und er versprach Abraham: „Ich werde dich reich belohnen, weil du so gut bist.“ Damit traf er Abraham bis ins Tiefste seiner Seele. Denn er und seine Frau Sara wünschten sich nichts sehnlicher als ein Kind. „Was nützt mir alles Gold der Welt, wenn ich niemanden habe, dem ich meinen Reichtum vererben kann“, sagte er. „Sara und ich sind schon sehr alt und werden keine Kinder mehr bekommen. Und wenn ich sterbe, wird einer meiner Diener alles erben.“Gottes Versprechen
Die Wochen vergingen. An einem Abend forderte Gott Abraham auf: „Komm heraus aus deinem Zelt! Und zähle die Sterne, die oben am Himmel stehen.“ „Das ist unmöglich. Es sind zu viele“, antwortete Abraham. „So zahlreich wie die Sterne am Nachthimmel werden deine Nachkommen sein“, versprach Gott. Ich werde dir einen Sohn schenken. Und seine Nachkommen sollen dieses Land erben.“ Abraham freute sich und glaubte fest an Gottes Versprechen. Doch die Jahre gingen vorüber. Und immer noch gab es für Abraham und Sara keine Nachkommen.
Sara ist wütend
Abraham vertraute weiterhin auf Gott. Sara hingegen begann sich zu sorgen und suchte nach einer Lösung. Sie bat Abraham, ihre junge Dienerin Hagar zu heiraten. Wenn Hagar ein Kind bekäme, würde es ihnen dreien gehören. Abraham erklärte sich bereit. Und es dauerte nicht lange, da erwartete Hagar ein Baby. Doch sie war stolz und schaute mitleidig auf Sara herab. Hagar glaubte, dass sie für Abraham wichtiger sei als Sara. Da wurde Sara eifersüchtig und wütend, und sie behandelte Hagar von nun an schlecht. Hagar hielt die Beschimpfungen und Demütigungen Saras nicht lange aus. Sie lief fort und wollte nie wieder zurückkommen.
Ismael wird geboren
Lange irrte Hagar durch die Wüste – immer auf der Suche nach Wasser. Als sie schließlich eine Quelle gefunden hatte, forderte Gott sie auf: „Geh zurück zu Sara. Ich werde bei dir sein und dich nicht im Stich lassen. Du wirst einen Sohn bekommen und sollst ihm den Namen Ismael geben.“ Voller Freude machte Hagar sich auf den Weg – zurück zu Abraham und Sara. Die beiden Frauen versöhnten sich. Und bald darauf bekam Hagar ihren kleinen Sohn. Sie nannte ihn Ismael, so wie Gott es ihr gesagt hatte.
Auch Sara soll ein Kind bekommen
Eines Tages saß Abraham vor seinem Zelt im Schatten eines Baumes. Die Mittagssonne stand hoch am Himmel, und es war sehr heiß. Da kamen plötzlich drei Männer auf das Zelt zu. Abraham wunderte sich. Noch nie war um diese Tageszeit Besuch gekommen. Er lief den Männern entgegen, um ihnen einen Platz im Schatten und etwas zu trinken anzubieten. Die Fremden waren Abraham dankbar und setzten sich unter den Baum. Einer von ihnen sagte zu Abraham: „In einem Jahr wird deine Frau Sara einen Sohn haben.“ Sara hatte alles mitgehört. Sie lachte still vor sich hin. Denn dass sie ein Kind bekommen sollte, erschien ihr unmöglich. Der Fremde hörte Saras Lachen und fragte: „Warum lachst du, Sara?“ „Nichts ist bei Gott unmöglich. Was ich gesagt habe, wird in Erfüllung gehen.“ Als Abraham diese Worte hörte, begriff er: Gott hatte durch diesen fremden Mann zu ihnen gesprochen.
Kurz erklärt
Liebe Kinder,
bestimmt wundert ihr euch, dass Sara eine zweite Frau für Abraham ausgesucht hatte – auch wenn sie und Hagar später großen Zoff miteinander hatten. Ihr müsst wissen: Damals war es üblich, dass ein Mann zwei oder noch mehr Frauen hatte. Dafür gab es verschiedene Gründe. Wenn ein Mann zum Beispiel bei der Jagd oder im Krieg ums Leben kam, nahm sein ältester Bruder die Witwe zur Frau, damit sie versorgt war – auch wenn er selbst schon eine Frau hatte. Wir können uns das natürlich heute nicht mehr vorstellen. Denn die Zeiten haben sich zum Glück geändert. Damals war es auch üblich, dass eine Familie viele Kinder hatte. Denn die sicherten das Überleben der alten Eltern und Verwandten. zum Anfang











