logo

Erzähl mir was Bild: ©  Seite drucken

Die Sternenblumen

Eine Aster.
© KNA
Manche Leute nennen Astern auch Sternenblumen.

Warum Astern auch Sternenblumen heißen

Am 1. November ist Allerheiligen und am 2. November Allerseelen. Viele Leute gehen in diesen Tagen zum Friedhof und besuchen die Gräber ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde. Lukas und seine Mama bringen Astern zum Grab von Mamas verstorbener Tante Elisabeth.

"Die Astern sehen aber schön aus!", ruft Lukas, als die Mutter sie in die Grabvase stellt. "Weißt du, wie die Astern noch genannt werden?", fragt die Mutter. Nö!", antwortet Lukas. "Weißt du es denn?" "Manche Leute nennen sie Sternenblumen", antwortet die Mutter. Lukas betrachtet die Blumen. "Sie sehen wirklich aus wie Sterne", meint er.

"Zu diesen Blumen gibt es eine alte Legende. Die Oma hat sie mir erzählt, als ich noch ein Kind war", sagt die Mama. Natürlich möchte Lukas die Geschichte hören. Und seine Mama erzählt:

Die Sterne waren Freunde der Menschen

Vor langer Zeit konnten die Sterne sprechen. Die Menschen freuten sich darüber, denn die Sterne waren klug und erteilten ihnen manchen Rat. Immer wenn jemand traurig war, gab es einen Stern, der ihn tröstete und ihm wieder Mut machte.

Wenn ein Kind sich verlaufen hatte, brauchte es sich vor nichts zu fürchten. Die Sterne leuchteten vor ihm her und führten es sicher wieder nach Hause zurück. Die Sterne begleiteten die Menschen in Freude und Leid. Und die Menschen liebten die Sterne über alles. Denn sie waren ihre besten Freunde. Aber dann kamen andere Zeiten.

Da wurden die Sterne traurig ...

Immer mehr Menschen kümmerten sich nicht mehr um die Sterne. Alle waren in Eile und hetzten von einem Termin zum nächsten. Das machte die Sterne sehr traurig. Sie waren von den Menschen sehr enttäuscht.

"Für Freunde muss man sich Zeit nehmen. Aber das tun die Menschen nicht. Sie legen keinen Wert mehr auf unsere Freundschaft", sagten sie und stiegen höher und höher, bis sie kaum noch zu sehen waren. Nie wieder wollten sie mit den Menschen sprechen.

... und die Menschen auch

Den Menschen aber ging es von da an immer schlechter. Bald merkten sie, dass ihnen die fröhlichen Sterne fehlten. Doch so sehr sie nach ihnen riefen: Die Sterne blieben stumm. Da machten sich die Menschen auf den Weg, sie zu suchen. Aber die Sterne kamen nicht näher.

Die Botschaft der Sternenblumen

Eines Tages lief ein Kind durch die Felder. Staunend blieb es am Wegrand stehen und bewunderte die bunten Blumen, die dort standen. Sie sahen aus wie Sterne und neigten sich zum Weg hin, als ob sie etwas sagen wollten. Das Kind lief zum Dorf und holte seine Eltern und andere Erwachsene. Die freuten sich über die schönen Blumen und bückten sich, um sie näher zu betrachten.

Da war es, als ob die Blumen flüsterten: "Schaut unsere Blütensterne an! Wenn ihr eure Ohren spitzt, könnt ihr in euren Herzen wieder die Sterne reden hören. Dann wird sich eure Traurigkeit wie früher in Freude verwandeln." Die Menschen waren überglücklich. Seitdem pflanzen sie die Sternenblumen auf die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen. Denn diese Blumen schenken ihnen Trost – so wie früher die Sterne.

Von Margret Nußbaum
zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion