Die heilige Lucia

© Bonifatiuswerk
Beim Lichterfest setzen sich Mädchen einen grünen Kranz mit Kerzen auf den Kopf.Am 13. Dezember wird in Schweden das Lichterfest gefeiert
„Felix hat gesagt, dass morgen Luciatag ist. Aber mehr wusste er auch nicht. Was feiern wir denn da?“, fragt Lukas seinen Papa. „Am 13. Dezember wird in Schweden das Lichterfest gefeiert“, erzählt der Vater. „Mädchen ziehen ein langes weißes Kleid an und setzen sich einen grünen Kranz mit Kerzen auf den Kopf. Sie bringen als Lichterköniginnen ihren Familien das Frühstück ans Bett. Aber schon am Abend vor dem Luciatag gehen Mädchen durch die Straßen, die sich als Lichterköniginnen verkleidet haben. Sie besuchen alte und kranke Menschen und verteilen kleine Geschenke.“ „Warum tun die Mädchen das?“, fragt Lukas. „Sie denken an die heilige Lucia, die vor vielen hundert Jahren in Sizilien lebte. Ihre Eltern waren sehr reich und hatten schon einen Mann für ihre Tochter ausgesucht. Aber Lucia hatte von Jesus gehört. Sie wollte ihm nachfolgen und ließ sich taufen.Lucia sorgte für Arme und Kranke
Lucia sagte: ‚Es soll durch mich ein wenig heller in der Welt werden.’ Eine Legende erzählt, dass sie ihre Mutter mit Gottes Hilfe von einer schweren Krankheit geheilt hat. Die Mutter schenkte ihrer Tochter ein großes Vermögen. Doch Lucia kaufte davon Essen und Kleider für die Armen. Und sie sorgte für die Kranken. Bald nannten die Menschen in ihrer Stadt sie nur noch ‚unser helles Licht’. Der Mann, der Lucia heiraten wollte, war sehr wütend. Denn sie lehnte seinen Heiratsantrag ab. Als der Mann erfuhr, dass Lucia Christin geworden war, redete er schlecht über sie und sorgte dafür, dass sie vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt wurde. Damals wurden Christen nämlich verfolgt. Die Armen, denen Lucia geholfen hatte, vergaßen sie nicht. Sie feierten jedes Jahr im Advent den Luciatag und zündeten Kerzen an. Und sie erzählten die Geschichte der heiligen Lucia weiter. Ihr Licht leuchtet also immer noch, und der Luciatag wird als Lichtfest im Advent gefeiert - vor allem in Schweden.“
Der kleine Lichterkönig
Am nächsten Morgen ist Lukas schon früh auf den Beinen. Er tapst in die Küche und nimmt das große Tablett vom Schrank. Dann überlegt er: „Mama trinkt zum Frühstück immer Tee und Papa Kaffee.“ Aber Lukas hat noch nie Tee oder Kaffee gekocht. „Dann gibt es eben Milch zum Frühstück“, entscheidet er. Er stellt die Frühstückssachen aufs Tablett: Teller, Tassen, Messer, Butter, Brot, Marmelade, Käse und Milch. „Halt, das Wichtigste hätte ich beinahe vergessen!“, denkt Lukas und läuft ins Kinderzimmer. Er holt die Tischlaterne, die er gestern in der Schule gebastelt hat. Und dann kramt er in seiner Verkleidungskiste, holt seine Königskrone heraus und setzt sie auf. Die Tischlaterne stellt er aufs Frühstückstablett und tapst voll beladen zum Elternschlafzimmer. Mama und Papa blinzeln noch ganz verschlafen. Doch als die Lukas sehen, freuen sie sich. „Ein Lichterkönig! Das ist aber eine Überraschung!“, ruft die Mama. Papa zündet die Tischlaterne an, und die drei lassen sich im großen Bett das Lucia-Frühstück schmecken.
Von Margret Nußbaum
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