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Der Adventskranz - für jede Woche eine Kerze

Adventskranz an dem vier Kerzen brennen
© KNA
Vier Kerzen brennen auf dem Adventskranz

Warum wir vor Weihnachten einen Adventskranz auf den Tisch aufstellen

Laura bestaunt den dicken Adventskranz mit den roten Kerzen und roten Bändern. Heute darf sie die erste Kerze anzünden. „Warum stellen wir eigentlich einen Adventskranz auf?“, fragt Laura ihre Mama. Die Mutter erklärt: „Von Kerze zu Kerze spüren wir, dass es ein bisschen heller wird und dass Weihnachten immer näher rückt. „Gab es den Adventskranz denn schon immer?“, möchte Laura wissen. Ihre Mama erzählt:

Ein Pastor kümmerte sich um die Kinder

Ganz früher kannten die Menschen keine Adventskränze. Den ersten gab es im Jahr 1839. Da lebte in Hamburg ein Pastor. Er hieß Johann Heinrich Wichern. Die Not in der Stadt war sehr groß. Viele Kinder hatten keine Eltern mehr und mussten betteln. Pastor Wichern wollte sich um sie kümmern. Er machte ein Waisenhaus auf und nannte es das Raue Haus. Hier wollte er für die armen Kinder sorgen. In der Adventszeit erzählte er ihnen Geschichten. Am ersten Abend zündete er eine Kerze an, am nächsten Abend die zweite und am übernächsten die dritte: jeden Tag eine Kerze mehr, bis am Heiligen Abend 24 Lichter leuchteten.

Ein Kronleuchter für 24 Kerzen

Im nächsten Advent baute ein Freund von Pastor Wichern einen großen Kronleuchter. Er band rundherum grüne Tannenzweige. Alle 24 Kerzen hatten darauf Platz. Die Kinder freuten sich sehr. Pastor Wichern zündete am ersten Adventstag wieder die erste Kerze an. „Warum lassen wir nicht alle Kerzen leuchten?“, fragte ein Junge. Pastor Wichern antwortete: „Im Advent warten wir auf das Weihnachtsfest. Jeden Tag brennt eine Kerze mehr. Erst am Heiligen Abend leuchten alle 24 Lichter. Sie sind ein wunderbares Zeichen. Denn wir freuen uns über die Geburt des Jesuskindes. Es hat Licht in die Welt gebracht. Davon sollen die vielen Kerzen erzählen.“ Bald sprachen alle Leute in der Stadt über den Adventskranz von Pastor Wichern. Viele kamen, um ihn zu bestaunen. Es dauerte nicht lange, da gab es in vielen Familien einen solchen Kranz. Doch weil die meisten Leute nicht so viel Platz hatten wie Pastor Wichern im Rauen Haus, steckten sie auf ihre grünen Tannenkränze nur vier Kerzen – für jede Woche im Advent eine.

Von Margret Nußbaum
Von Margret Nußbaum
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