logo

14.09.07 Seite drucken

Finanzielles Risiko für Eltern und Tageseinrichtungen

Caritas Münster kritisiert Kinderbildungsgesetz

Münster - 14.09.07. In seiner jetzigen Form ist der Entwurf des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) nach Ansicht der Caritas in der Diözese Münster ein finanzielles Risiko für Eltern und die Träger der Tageseinrichtungen für Kinder. Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann erwartet eine Anhebung der Kindergartenbeiträge auf breiter Front, wenn das Land bei der Festlegung des Elternanteils an den Kosten von 19 Prozent bleibt.

Diese Sorge äußerte Kessmann in der Sendung Funkhausgespräche auf WDR 5 am Donnerstagabend. Derzeit liegen sie durchschnittlich bei 13 Prozent. Für die Träger berge dagegen die vorgesehene "Kindpauschale" erhebliche Risiken. Die Caritas fordert deshalb weiterhin eine Finanzierung auf der Basis von "Gruppenpauschalen", wie die Freie Wohlfahrtspflege sie auch in einem Konsenspapier mit NRW-Familienminister Armin Laschet zuvor vereinbart hatte, bekräftigte Kessmann.

Schon im letzten Jahr hatten einige Kommunen die Kindergartenbeiträge deutlich erhöht, andere den Fehlbetrag noch aus der eigenen Kasse ausgeglichen. Tritt das KiBiz wie geplant Anfang 2008 in Kraft, seien flächendeckende Anhebungen zu erwarten, erklärte Kessmann: "Eltern werden sich in der Folge genötigt sehen, ihre Kinder zu Gruppen mit kürzeren Öffnungszeiten anzumelden."

Womit nicht nur die an sich verfolgten Ziele einer möglichst umfassenden früheren Förderung der Kinder in Frage gestellt wären. Zusätzlich bringt dies auch die Träger der Tageseinrichtungen in finanzielle Schwierigkeiten. Künftig sollen Eltern bestimmte Zeitkontingente im Kindergarten "buchen" können. Hierfür bekommen die Träger Pauschalbeträge pro Kind. In der Praxis bedeutet das, dass die Vormittagsgruppe mit 20 Kindern sich beispielsweise nachmittags auf 11 Kinder reduziert. Entsprechend werden nur für sie noch die Pauschalen bezahlt, aber es müssen nachmittags weiterhin zwei Mitarbeiterinnen die Kinder betreuen und finanziert werden.

In der Anhörung zum Gesetzentwurf hat die Freie Wohlfahrtspflege auf diese Probleme hingewiesen. Kessmann äußerte die Hoffnung, dass es noch gelingen werde, das Land zu einer Änderung zu bewegen.

(C) Caritasverband für die Diözese Münster

zum Anfang zum Anfang
Das Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland
© Katholisch.de 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Katholisch.de-Redaktion