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Stab und Ring von Benedikt XVI.
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Pallium, Ferula und Fischerring

Ein Symbol des Papstes sind die gekreuzten Schlüssel mit der Tiara

Die Würde des Papstamtes wird nach außen mit mehreren traditionsreiche Insignien symbolisiert. Ein Symbol des Papstes ist das Zeichen der gekreuzten Schlüssel mit der Tiara, analog zu den "Schlüsseln des Himmelreichs", die Petrus von Jesus erhielt. Die Tiara ist eine Spitzhaube mit dreifacher Krone, die historisch dem byzantinischen Hofzeremoniell entstammt.

Unter Papst Konstantin I. (708-715) findet erstmals eine päpstliche Kopfbedeckung Erwähnung. Traditionell erhielt ein Papst die Tiara bei der Krönungsmesse nach seiner Wahl. Seit den 1960er Jahren verzichten die Päpste auf die Tiara und die Krönungsmesse. Stattdessen findet eine feierliche Amtseinführung statt, bei der der Papst das Pallium als Zeichen seiner Würde erhält.

Benedikt XVI. verzichtet als erster Papst der Neuzeit in seinem Wappen auf die Tiara, die dreifache päpstliche Krone als Zeichen weltlicher Gewalt. In seinem Wappen ist über den gekreuzten Petrusschlüsseln stattdessen eine Mitra, die Bischofssmütze, dargestellt. Die Änderung soll dem Vernehmen nach den Verzicht des Papstes auf weltliche Gewalt darstellen und zugleich seine Rolle als Bischof von Rom stärker unterstreichen.

Das Pallium
Das Pallium ist eine kleine Stola, die über dem Messgewand getragen wird. An ihren Enden befinden sich sechs gestickte Kreuze, die das Leiden Christi symbolisieren sollen. Das Pallium ist ursprünglich ein römischer, mantelartiger Überwurf gewesen, der seit dem 4. Jahrhundert eine Insignie des Papstes ist. Ab dem 9. Jahrhundert haben die Päpste das Pallium auch an Metropolitanbischöfe, also an Erzbischöfe, verliehen. Diese tragen das Pallium in besonderen Gottesdiensten und zeigen dadurch ihre Verbundenheit mit dem Heiligen Stuhl. Das Pallium wird aus Lammfellwolle gefertigt und wird am 28. Juni, am Abend vor dem Gedenken an die Apostel Peter und Paul, gesegnet. Das Pallium ist auch in der griechisch-othodoxen Tradition bekannt und geht historisch auf die Kleiderordnung des Römischen Reiches zurück.

Die Ferula
Die Ferula ist ein Hirtenstab, der im Gegensatz zu einem Bischoffstab nicht gekrümmt ist, sondern stattdessen gerade in ein Kreuz mündet. Der Legende nach soll bereits Petrus einen solchen Stab besessen haben und diesen an die Missionare Eucharius, Valerius und Maternus, die das Bistum Trier gründeten, weitergegeben haben. Laut dem Zeremoniale der Laterankirche des 16. Jahrhunderts diente die Ferula als Zeichen der Leitung und Zurechtweisung. Bis in das 20. Jahrhundert wurde der Stab den Päpsten voran getragen und nur zu besonderen liturgischen Zwecken benutzt. Papst Paul VI. hat die Ferula 1965 beim Abschlussgottesdienst des Zweiten Vatikanischen Konzils selbst getragen und damit dem Kreuzstab eine größere Bedeutung verliehen. Dieser neue Brauch wurde von den nachfolgenden Päpsten Aufrecht erhalten.

Der Fischerring
Der Fischerring (Anulus piscatoris) gehört seit dem 14. Jahrhundert zu den Insignien der Päpste. Er wird dem Papst bei seiner Wahl überreicht und nach seinem Tod durch den Päpstlichen Kämmerer (Camerlengo) zerstört. Der Stein des Ringes symbolisiert in seiner Gestaltung die Petrusnachfolge: Er zeigt Petrus, der ein Fischernetz in sein Boot zieht. Die Darstellung versinnbildlicht die Worte Jesu an den Fischermänner Petrus und Andreas: "Folgt mir nach, ich will Euch zu Menschenfischern machen" (Mt 4,18-19). Die Bezeichnung Fischerring leitet sich außerdem von dem griechischen Wort "ichthys" (Fisch) her, welches eine Abkürzung für die griechischen Ehrentitel Jesu darstellt: "Jesus Christus, theou (Gott), yios (Sohn), soter (Erlöser)". Als traditionelles Zeichen der Verehrung knien Gläubige bei einer Begegnung mit dem Papst nieder, um den Fischerring zu küssen.
Von Gunda Ostermann
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