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Kloster Karmel Maria vom Frieden

Kloster Karmel Maria vom Frieden
© Kloster Karmel Maria vom Frieden
Die Klosterfassade.

Ein Leben in Einsamkeit mitten in der Stadt

Der Kölner Karneval ist in aller Welt bekannt, die Kölner Klöster dagegen eher weniger. So aufregend und pulsierend die Stadt am Rhein auch sein mag, die Orden in der Domstadt sorgen in aller Stille für ein spirituelles Gegengewicht. Das Karmeliterkloster Karmel Maria vom Frieden ist so eine Oase der Ruhe inmitten der städtischen Hektik. Der weißgetünchte Kirchturm erhebt sich strahlend in den Himmel. Inmitten eines Wohngebietes im Süden von Köln erstreckt sich die Klosteranlage Karmel Maria vom Frieden.

Kloster Karmel Maria vom Frieden
© Kloster Karmel Maria vom Frieden
Blick in den Altarraum der Klosterkirche.

Von außen ist die Größe gar nicht so sichtbar. Betritt man aber das Kloster durch das große schmiedeeiserne Tor, so kann man bereits erahnen, was sich dahinter alles verbirgt. Neben einer 1992 renovierten Klosterkirche mit Hochaltar findet man den Schwesternchor mit einem alten sehenswerten Chorgestühl und einen idyllischen Garten mit Kreuzweg. Sogar eine eigene Kerzenwerkstatt und eine Hostienbäckerei sind im Kloster Karmel Maria vom Frieden untergebracht. Bei einer Besichtigung, zu der man sich vorher anmelden sollte, erfährt man dann alles über die Herstellung von Kerzen oder Hostien. Obwohl die Gemeinschaft bei den Karmelitinnen im Chorgebet, bei den Mahlzeiten und gemeinsamer Erholung am Abend praktiziert wird, nimmt die Einsamkeit eine zentrale Rolle im Alltag der Schwestern ein.

Kloster Karmel Maria vom Frieden
© Kloster Karmel Maria vom Frieden
Das Schwesternchor mit einem alten Chorgestühl aus St. Kolumban.

Ort der Einsamkeit

Bei der Erneuerung des Ordens war es das Anliegen von Teresa von Avila, zu den Wurzeln der Spiritualität zurückzukehren. Nach ihr sollten die Schwestern Einsiedlerinnen sein und in jedem Kloster musste es einsame Orte geben, in die sich die Schwestern zeitweise zurückziehen sollten. Heute erkennt man dieses Motiv noch am Dormitorium, dem Wohnbereich der Karmelitinnen. Jede Schwester hat eine eigene Zelle, in der sie sich aufhalten soll, wenn sie keine anderen Aufgaben wahrzunehmen hat. Keine Mitschwester hat Zugang zu diesem Ort der Einsamkeit. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Edith-Stein-Archiv. Edith Stein ist 1933 in den Kölner Karmel eingetreten. 1942 wurde sie nach Auschwitz deportiert und fiel dort den Nazis zum Opfer. 1998 wurde sie durch Papst Johannes Paul II. in Rom Heilig gesprochen.

Edith Stein
© Kloster Karmel Maria vom Frieden
Das prominenteste Mitglied des Kölner Karmels: Dr. Edith Stein.

Edith Stein

Die sehr umfangreiche Sammlung im Kölner Karmelitenorden ist in zwei Abteilungen aufgegliedert. In der ersten Abteilung findet man alles von Edith Stein, wie zum Beispiel ihre persönlichen Papiere, Fotos und sonstige Dokumente über ihren Lebenslauf. Die zweite Abteilung enthält Sekundärliteratur, Belege zum Gedächtnis Edith Steins und zu Einrichtungen, die ihren Namen tragen. Das Edith-Stein-Archiv des Kölner Karmel ist ein privates Archiv. Für gewöhnlich ist es Außenstehenden nicht zugänglich. Anfragen ernsthaft Interessierter, wie zum Beispiel Studierender, werden jedoch gewissenhaft beantwortet. Gerade im vorweihnachtlichen Trubel bietet ein Besuch des Karmeliterklosters Karmel Maria vom Frieden einen besinnlichen Ausgleich zu Weihnachtsmarktodysseen, Geschenkesucherei und Adventsessen. Sei es beim Zugucken in der Kerzenwerkstatt, in der Hostienbäckerei oder einfach nur beim gemeinsamen Beten und Singen.

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