Limburg - Limburg - Ein klares Bekenntnis zum synodalen Weg, der Mitwirkung von Laien im Bistum Limburg hat der Limburger Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst abgelegt. In einer Veranstaltung zum 40. Jahrestag der synodalen Gremien betonte Tebartz-van Elst im Haus am Dom, dem Bildungs- und Begegnungszentrum des Bistums in Frankfurt, aber auch in aller Klarheit, der eingeschlagene Weg müsse zukunftsfähig gemacht werden. Seelsorge werde sich nicht nur aufgrund des Priestermangels verändern, sondern auch weil die Zahl der Gläubigen in den nächsten 25 Jahren um rund ein Viertel sinken werde. „Wir müssen ehrlich sagen, wo wir stehen, was die Voraussetzungen unserer Gemeinden sind“, versicherte der Bischof.
Es sei absehbar, dass aus den größeren pastoralen Räumen Pfarreien werden, „sie werden aber anders aussehen als Gemeinden heute“, unterstrich der Limburger Oberhirte vor rund 150 Zuhörern aus allen Teilen des Bistums. Er appellierte an die Gemeinden seines Bistums, diesen Weg mitzugehen: „Einige sollten auch vorausgehen, um Erfahrungen zu machen, die anderen helfen können.“ Wohl wissend, dass „die ehrliche Bereitschaft der Menschen“ hin zu einer zukunftsfähigen Kirche in der Welt von morgen, „nur einmal“ abgerufen werden könne, wolle er zu dauerhaften Lösungen beitragen, damit in größeren Räumen mit Ehrenamtlichen jetzt schon Strukturen aufgebaut werden können, die für die Zukunft tragfähig sind.
Keimzellen und Netzwerke des Glaubens
Der Bischof setzte sich für Keimzellen und Netzwerke des Glaubens ein, in denen die Katholiken ihren Glauben miteinander teilen könnten. Es bleibe auch in Zukunft überall bei einer „pastoralen Grundversorgung“, aber ehrenamtliche Mitarbeiter müssten auch in geistlicher Hinsicht gefördert und begleitet werden, damit sie nicht nur die Umbrüche wahrnehmen, sondern auch die Chancen eines Aufbruchs sehen und selbst vermitteln können: „Wir müssen in den Gemeinden wieder ein Klima der Zuversicht entfachen.“ Den Gemeinden sicherte der Bischof zu, diese Prozesse von Seiten des Bistums „Schritt für Schritt zu begleiten“ und auch Ehrenamtliche zu stärken, damit sie im Glauben sprach- und auskunftsfähig werden können.
Die Tagung „Unser gemeinsamer Weg – 40 Jahre synodale Gremien im Bistum Limburg“ erinnerte daran, dass sich am 19. November 1969 die erste Diözesanversammlung des Bistums konstituierte. Im März vor 40 Jahren waren die ersten Pfarrgemeinderäte gewählt worden, im Laufe des Jahres entstanden die ersten Laiengremien in den Bezirken und auf Bistumsebene. Den gemeinsamen Weg (griechisch: synodos) von Seelsorgern und Laien prägte damals die Aufbruchsstimmung zehn Jahre nach der Einberufung des 2. Vatikanischen Konzils. Die gemeinsame Verantwortung aller Glieder des Gottesvolkes für die Sendung der Kirche zeichnete ein neues Bild von Kirche, das im Laufe der Jahre aber auch viel von seiner ursprünglichen Anziehungskraft verlor.