Köln - Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich deutlich von der Internetseite www.kreuz.net distanziert. Die Diskussionen, die auf kreuz.net liefen, seien unsäglich und unerträglich, kritisierte der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, im ZDF. Er wies zugleich darauf hin, dass es sich bei der Seite nicht um ein offizielles Angebot der katholischen Kirche handele. "Die Seite kreuz.net ist eine Seite, die nicht zur römisch-katholischen Kirche gehört", so Kopp.
Auf der Internetseite werden von Privatpersonen anonym Ereignisse in und um die katholische Kirche kommentiert. Immer wieder werden dabei antisemitische und homosexuellenfeindliche Hetzparolen veröffentlicht. Auch katholische Bischöfe und Politiker sind auf kreuz.net immer wieder Zielscheibe von Diffamierungen und Beleidigungen.
Private Homepage einer unbekannten Vereinigung
Kreuz.net gibt sich als katholisches Nachrichtenportal aus, ist jedoch eine rein private Initiative. Die Betreiber der Seite sind anonym; im Impressum wird lediglich eine unbekannte Vereinigung mit dem Namen "Sodalicium for Religion and Information" (zu Deutsch: "Kameradschaft für Religion und Information") genannt. Nach eigenen Angaben verbirgt sich hinter der Gruppe eine "Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee".
Möglichen juristischen Schritten gegen das Portal räumte Kopp keine großen Chancen ein: "kreuz.net hat den Server in Nordamerika stehen, das heißt wir haben juristisch nur sehr eingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten." Bei den Machern der Seite handele es sich um eine "Kämpfertruppe", die der katholischen Kirche "das Leben wirklich schwer" mache, betonte der Pressesprecher.
Auch Radio Vatikan distanziert sich
Unterdessen distanzierte sich auch Radio Vatikan von kreuz.net. Der Sender betonte in einer Stellungnahme, nichts mit der Seite zu tun zu haben und dieser in keiner Weise nahe zu stehen. Es sei ärgerlich, dass kreuz.net von seiner Seite aus auf die Homepage von Radio Vatikan verlinke, doch leider könne dies nicht verhindert werden.
Von Steffen Zimmermann