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Fall Mixa 16.06.2010 Seite drucken

"Es ist alles rechtmäßig gelaufen"

Sorgt weiter für Wirbel: Augsburgs Ex-Oberhirte Walter Mixa
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Sorgt weiter für Wirbel: Augsburgs Ex-Oberhirte Walter Mixa

Bayerns Bischöfe weisen Mixas Vorwürfe zurück

München/Berlin - Die bayerischen Bischöfe haben den Vorwurf des früheren Augsburger Bischofs Walter Mixa zurückgewiesen, sein Rücktritt sei unter Mitwirkung anderer Bischöfe erzwungen worden. "Es ist alles rechtmäßig gelaufen", erklärte der Pressesprecher der Freisinger Bischofskonferenz, Bernhard Kellner, am Mittwoch in München. "Zum Schutz des emeritierten Bischofs sehen wir davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten." Die bayerischen Bischöfe wünschten Mixa "weiter gute Genesung". Sein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik sei "ein erster wichtiger Schritt" gewesen.

Mixa hatte zuvor in der Zeitung "Die Welt" deutschen Bischöfen vorgeworfen, sie hätten ihm ohne Vorwarnung eine vorgefertigte Rücktrittserklärung vorgelegt. Nach seiner Unterschrift am 21. April habe er den Rücktritt dann drei Tage später widerrufen. Papst Benedikt XVI. nahm jedoch am 8. Mai das Rücktrittsgesuch an. Vorausgegangen war eine wochenlange Debatte um Mixa, bei der es um Prügelvorwürfe und finanzielle Unregelmäßigkeiten ging. Ein Vorwurf wegen sexuellen Missbrauchs erhärtete sich nicht. Nun erwägt Mixa nach eigenen Worten gegen die Annahme seines Amtsverzichts einen Gang vor das Appellationsgericht des Papstes. Benedikt XVI. werde ihn im Juli zu einem Gespräch empfangen, so Mixa.

Anlass für den Rücktritt war zunächst der Vorwurf, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den 1970er und 1980er Jahren Heimkinder verprügelt und Geld der Trägerstiftung zweckentfremdet. Nach anfänglichem Abstreiten gab der Bischof körperliche Züchtigungen von Kindern teilweise zu.

Keine Erinnerung an Prügelstrafen

In dem Interview sagte Mixa, er könne sich bis heute nicht an die "Prügelstrafen" erinnern. Zugleich gab er zu, an körperlichen Züchtigungen beteiligt gewesen zu sein, "wie sie damals in der Jugendarbeit - erst recht mit sogenannten schwer erziehbaren Kindern - üblich und bis 1980 auch rechtens waren". Es sei aber sicher ein Fehler gewesen, "dass ich das nicht gleich, sondern erst so spät eingeräumt habe".

Dennoch zeigte sich Mixa von Mitbrüdern in der Deutschen Bischofskonferenz und im Bistum Augsburg tief enttäuscht. Das Verhalten des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx "hätte brüderlicher sein können", kritisierte er. Statt eines Rücktritts hätten sie ihm eine Auszeit nahelegen können, "bis alle Vorwürfe abschließend untersucht worden wären". Allerdings hatten Zollitsch und Marx Mixa am 21. April öffentlich eine Auszeit nahegelegt.

Zudem warf der Bischof dem Augsburger Generalvikar und zwei Weihbischöfen seiner früheren Diözese vor, sie hätten "Hintergrundgespräche mit der Presse" über den Vorwurf sexuellen Missbrauch gegen den Bischof geführt. "Da konnte ich oft die Welt nicht mehr verstehen."

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