Köln - Die Ernennung von Konrad Zdarsa zum neuen Bischof von Augsburg ist in der katholischen Kirche auf ein durchweg positives Echo gestoßen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte den bisherigen Görlitzer Bischof am Donnerstag in Bonn als einen Seelsorger, der "auf die Menschen zugeht und ihre Freude, ihre Sorgen und Gedanken ernst nimmt". Zollitsch zeigte sich überzeugt, dass Zdarsa seinem neuen Bistum eine hoffnungsvolle Perspektive für die Zukunft geben könne.
Zu den ersten externen Gratulanten zählte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann. Er beglückwünschte "seinen Mitbruder Konrad" und dankte ihm dafür, "dass er dieses nicht leichte Amt angenommen hat". Zdarsa bringe die besten Voraussetzungen dafür mit, "dass die vielen Verwundungen und Spaltungen in der Augsburger Diözese geheilt und überwunden werden können". Hofmann erklärte, er kenne Zdarsa als einen sehr besonnenen, ausgeglichenen und menschenfreundlichen Bischof. "Seine ruhige aber feste Stimme wird gehört werden."
Dialogbereitschaft und theologische Klarheit
Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke übermittelte Zdarsa ebenfalls seine Segenswünsche. Er sei sich gewiss, "dass der neue Bischof die Aufgaben und Herausforderungen in Dialogbereitschaft und theologischer Klarheit angehen wird". Er wisse sich mit Zdarsa freundschaftlich verbunden und setze auf eine gute Nachbarschaft.
Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hieß Zdarsa im Namen der Freisinger Bischofskonferenz in Bayern willkommen. "Wir freuen uns, dass ein erfahrener Mitbruder das große Bistum leiten wird." Die überwältigende Mehrheit der Gläubigen und Priester in der Diözese warte auf einen Bischof, "der Mut macht zum Glauben und zum Leben in der Gemeinschaft des Volkes Gottes".
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann schrieb aus Bolivien an den derzeitigen Bischof von Görlitz: „Selbst am anderen Ende der Welt, habe ich die Nachricht von Deiner Ernennung zum Bischof von Augsburg erfahren.“ Der Heilige Vater, so betonte der Trierer Bischof, habe „eine wirklich gute Wahl getroffen.“ Weiter schrieb Bischof Ackermann: „Du trittst kein leichtes Erbe an. Du wirst im wahrsten Sinne des Wortes als ‚Pontifikal’ wirken müssen, in dem Du dort Brücken baust, wo sich in der Bistumsgemeinschaft Gräben aufgetan haben.“
"Ein guter Hirte"
Der Dresdner Bischof Joachim Reinelt beglückwünschte Zdarsas neue Diözese. "Das Bistum Augsburg kann sich auf einen guten Hirten freuen." Zdarsa hatte vor seiner Tätigkeit als Bischof von Görlitz viele Jahre im Bistum Dresden-Meißen gewirkt, zuletzt von 2004 bis 2007 als Generalvikar.
Der Limburger Oberhirte Franz-Peter Tebartz-van Elst brachte in einem Schreiben, seine „dankbare Verbundenheit“ und seine „guten Segenswünsche“ zum Ausdruck. Zdarsas „gradlinige und zugewandte Art, Positionen zu vertreten und Menschen zu gewinnen“ werde sich als guter Weg für ein „friedvolles Miteinander in der Communio unseres Glaubens“ erweisen. .
Das katholische Bonifatiuswerk betonte, Zdarsa stehe in Augsburg vor schwierigen Herausforderungen. Nach dem öffentlich ausgetragenen Konflikt um seinen Vorgänger Walter Mixa sei es die wichtigste Aufgabe des 66-Jährigen, die bayerische Diözese wieder zu einen. Zdarsa bringe dank seiner Erfahrung als Görlitzer Bischof eine besondere Sensibilität für das Christsein in der Diaspora mit, die er sicher auch in sein neues Bistum mitnehme.
Außergewöhnlich schnelle Entscheidung
Zdarsa war am Vormittag vom Vatikan zum Nachfolger von Walter Mixa ernannt worden; er soll am 23. Oktober in sein neues Amt eingeführt werden. Die Nachfolge-Entscheidung für Mixa fiel außergewöhnlich schnell. In der Regel dauert es ungefähr ein Jahr, bis der Vatikan über die Besetzung eines Bischofsstuhls entscheidet. Dass schon wenige Monate nach dem Rücktritt Mixas am 21. April ein neuer Bischof ernannt wird, gilt in Kirchenkreisen als Hinweis dafür, dass der Papst verstanden hat, wie dramatisch die Lage im Bistum Augsburg ist, schreibt die "Augsburger Allgemeine".
Mixa hatte den Papst um den Rücktritt gebeten, nachdem gegen ihn Vorwürfe erhoben wurden, er habe Kinder geschlagen und sich der Untreue schuldig gemacht. Benedikt XVI. hatte das Gesuch am 8. Mai angenommen. (stz, mit Material von KNA)