2.000 kleine Könige

Mit rund 2.100 Mädchen und Jungen aus 12 deutschen Bistümern ist am Freitag die 55. Aktion Dreikönigssingen in Würzburg eröffnet worden. Auf dem Platz vor der Würzburger Residenz begrüßte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann die kleinen Könige. "Ihr seid in der Lage, die frohe Botschaft in die Familien hineinzutragen", sagte Hofmann.

Spenden | Würzburg - 28.12.2012

Mit rund 2.100 Mädchen und Jungen aus 12 deutschen Bistümern ist am Freitag die 55. Aktion Dreikönigssingen in Würzburg eröffnet worden. Auf dem Platz vor der Würzburger Residenz begrüßte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann die kleinen Könige. "Ihr seid in der Lage, die frohe Botschaft in die Familien hineinzutragen", sagte Hofmann.

Wenn sich Kirche so jung und frisch darstelle, könne sie selbst Skeptiker überzeugen. Die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder hat dieses Jahr das Motto "Segen bringen, Segen sein".

Im Mittelpunkt steht die schlechte Gesundheitsversorgung für Kinder in Tansania. Von dort stammt auch der Bischof der Würzburger Partnerdiözese Mbinga, John C. Ndimbo. Er begrüßte die Sternsinger in seiner Landessprache Kisuaheli. Die Sternsinger fördern in Tansania unter anderem das "Under-Five-Programm". So können Kinder unter fünf Jahren in Gesundheitsstationen und Krankenhäusern kostenlos behandelt werden.

Stichwort: Sternsinger

Die Sternsingeraktion ist die weltweit größte Hilfsinitiative von Kindern für Kinder in Not. In den ersten Wochen des Jahres ziehen Mädchen und Jungen als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus, um Spenden für Kinder in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa zu sammeln. Bundesweit sind in diesem Jahr rund eine halbe Million Sternsinger unterwegs. Auf die Haustüren schreiben die kleinen Könige traditionell den mit der Jahreszahl verbundenen Segenswunsch "C+M+B". Die Abkürzung steht für die Bitte "Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus"). Zugleich weisen sie auf die Namen der drei "Weisen aus dem Morgenland" hin - Caspar, Melchior und Balthasar - die nach den biblischen Berichten dem Stern von Bethlehem bis zum neugeborenen Jesuskind folgten. Träger des Dreikönigssingens sind das Aachener Kindermissionswerk "Die Sternsinger" sowie der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Bei der seit 1959 durchgeführten Aktion kamen bisher rund 814 Millionen Euro für über 63.000 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa zusammen. Im vergangenen Jahr sammelten die Sternsinger bundesweit rund 42,4 Millionen Euro. In diesem Jahr findet die bundesweite Eröffnung der zum 55. Mal veranstalteten Aktion in Würzburg statt. Um ihre politischen Forderungen zu unterstreichen, besuchen Sternsingergruppen am 4. Januar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und am 6. Januar Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin.

Demografischer Wandel und veränderte Gemeindestrukturen machten es in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend schwieriger, ehrenamtliche Begleiter zu finden, sagte der Präsident des Kindermissionswerks "Die Sternsinger", Prälat Klaus Krämer, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Deshalb unterstütze die Aktion die Engagierten stärker organisatorisch und inhaltlich. "Wir wollen das noch intensivieren." Gleichzeitig verwies Krämer auf die steigenden Spendensummen.

Die Türen öffnen sich immer noch

Die Akzeptanz der Sternsinger sei immer noch sehr hoch, sagte Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der KNA. Sie trägt die Sternsinger-Aktion zusammen mit dem Kindermissionswerk. "Wir merken, dass die überwiegende Zahl der Haustüren noch aufgeht." Selbst kirchenfernere Menschen nähmen die Botschaft der Heiligen Drei Könige gerne auf.

In den kommenden Tagen werden die Sternsinger nicht nur an den Haustüren für ihr Anliegen werben. Am 1. Januar feiern 20 Sternsinger aus dem Erzbistum Köln den Neujahrsgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. im Petersdom. Drei Kinder in ihren Sternsinger-Gewändern werden während des Gottesdienstes die Gaben zum Altar bringen. Weitere Abordnungen besuchen am 4. Januar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zwei Tage später Bundespräsident Joachim Gauck.

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