350.000 bei "Langer Nacht der Kirchen"

Bei der Kirchennacht in Österreich ging es auch um die Unterstützung verfolgter Christen: Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn führte einen Schweigemarsch durch die Wiener Innenstadt an.

Österreich | Wien - 10.06.2017

Rund 350.000 Menschen haben nach Schätzungen der Veranstalter an der "Langen Nacht der Kirchen" in Österreich teilgenommen. In 650 Kirchen, Klöstern und Pfarrzentren im Land gab es bis in die Nacht zu Samstag ein Programm aus Kirchenführungen, Lesungen, Tanz und Konzerten. Diskussionen und Ausstellungen griffen aktuelle Themen auf.

Im Fokus der Kirchennacht stand unter anderem die Unterstützung verfolgter Christen. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn führte einen Schweigemarsch für die Opfer religiöser Gewalt und Verfolgung durch die Wiener Innenstadt an. "Wir demonstrieren nicht, sondern wir erinnern daran, wie viele Christen weltweit verfolgt werden, aber auch, wie viele andere Menschen unter Gewalt leiden. Und wir beten für den Frieden und für Gerechtigkeit", sagte Schönborn.

Allein in Wien 150.000 Besucher

Die Besucher des ökumenischen Großereignisses konnten bei freiem Eintritt aus rund 2.700 Einzelveranstaltungen wählen. Organisiert wurde die Aktion von den im Ökumenischen Rat der Kirchen vertretenen christlichen Konfessionen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Reformationsgedenken, etwa mit einem "Late Night Talk" zum Thema "500 Jahre Reformation", an dem Schönborn und der lutherische Bischof Michael Bünker teilnahmen. In Innsbruck wurde der Dialog mit einem "Abend der Religionen" auf nicht-christliche Religionen ausgeweitet.

Allein in Wien wurden bei der 13. "Langen Nacht der Kirchen" 150.000 Besucher in den Gotteshäusern der verschiedenen Konfessionen gezählt. Hauptbesuchermagnet waren die Innenstadtkirchen, vor allem der Stephansdom. Besonderen Zulauf hatten den Angaben zufolge Orte, die normalerweise nicht zugänglich sind, wie Kirchtürme, Sakristeien, Krypten und Klostergänge. Geöffnet waren auch die barocke "Bernardikapelle", die nur zu besonderen Anlässen zugänglich ist, und die historische Bibliothek im Erzbischöflichen Palais. (KNA)

RSS-Feeds  |  Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2018