Abtei will Missbrauchsvorwurf aufklären

Die Benediktinerabtei Münsterschwarzach will ehemalige Schüler ihres Internats in Damme um Hilfe bei der Klärung von Missbrauchsvorwürfen bitten. Ein inzwischen verstorbener Pater soll in den 1960er und 1970er die Taten begangen haben.

Missbrauch | Damme - 08.03.2016

Wegen des Verdachts auf mögliche Missbrauchsfälle in den 60er und 70er Jahren im Klosterinternat Damme will die Benediktinerabtei Münsterschwarzach rund 80 ehemalige Schüler anschreiben. Bei einem Treffen solle in Gruppen sowie in Einzelgesprächen die Möglichkeit für Betroffene geschaffen werden, sich mitzuteilen, kündigte der Missbrauchsbeauftragte der Abtei am Montag in Damme an.

Die Abtei hat nach eigenen Angaben bereits seit 2014 Kenntnis von den Vorwürfen. Sie richten sich gegen einen inzwischen verstorbenen Pater. Die Rede ist von Grenzverletzungen sowie möglichem sexuellen Missbrauch in den Jahren zwischen 1966 und 1974. Zwar hätten Mitbrüder von damals die Hinweise nicht bestätigen können, hieß es. Im Rahmen eines Treffens mit ehemaligen Internatsschülern von Damme im November 2015 habe sich der Verdacht jedoch konkretisiert. Das Treffen jetzt solle die Geschehnisse dieser Jahre weiter aufzuklären.

"Wir wollen Licht in die Missbrauchsvorwürfe bringen und den betroffenen Menschen die Möglichkeit zur Aussprache geben", so der Beauftragte. Der Abtei Münsterschwarzach und dem Priorat Damme sei sehr an einer Aufklärung gelegen. Die Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung und Prävention sexueller Gewalt besteht laut Abtei aus zwei Brüdern, einem Psychologen, einem Juristen und einer Ärztin. (KNA)

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Der Missbrauchsskandal erschütterte die katholische Kirche in ihren Grundfesten. Seit 2010 die ersten Fälle bekannt wurden, bemüht sich die Kirche um Aufarbeitung der Geschehnisse. Katholisch.de dokumentiert die wichtigsten Etappen.

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