Acht Flüchtlinge verlassen Pfarrheim

Kein Ende in Sicht: Erst besetzten sie den Regensburger Dom, dann wurden sie in ein Pfarrheim umgesiedelt. Und ein Großteil der Flüchtlinge will entgegen der Forderung der Diözese auch dort bleiben.

Bistum Regensburg | Regensburg - 29.07.2016

Acht der 34 Asylbewerber, die sich seit knapp drei Wochen in einem Regensburger Pfarrheim aufhalten, haben die Unterkunft am Donnerstagabend verlassen. Das bestätigte ein Sprecher des Bistums der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag.

Die verbleibenden Flüchtlinge erklärten laut einem Bericht der "Mittelbayerischen Zeitung" (Online-Ausgabe) am selben Tag, zunächst in der Unterkunft bleiben zu wollen. Die zunächst 45-köpfige Gruppe aus Albanien und dem Kosovo hatte Anfang Juli den Regensburger Dom besetzt und war dann in die kirchliche Unterkunft gezogen. Generalvikar Michael Fuchs hatte die Asylbewerber am Mittwoch unter Berufung auf das kirchliche Hausrecht aufgerufen, das Pfarrheim zu verlassen. Die Personen werden seit Beginn der Aktion mit Essen und Feldbetten versorgt und erhalten bei Bedarf medizinische Hilfe. Es handelt sich aber nicht um einen Fall von Kirchenasyl.

Der Bistumssprecher sagte, zwei Familien seien in die Aufnahme- und Rückführungseinrichtung (ARE) Manching-Ingolstadt zurückgekehrt, allerdings nicht in ihre bisherige Unterkunft. Der Auszug sei freiwillig und auf eigenen Wunsch der Betroffenen erfolgt. "Wir sind erleichtert, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat", so der Bistumsmitarbeiter. Er wiederholte die Erwartung der Diözese, dass auch die anderen 26 Personen das Pfarrheim verlassen. Jeder weitere Tag in Regensburg verschlechtere ihre Asylsituation.

Die Diözese habe ein "Ende der Duldung der Präsenz" der Flüchtlinge in dem Pfarrheim ausgesprochen, fügte der Sprecher hinzu. Wenn sie dem nicht Folge leisteten, begingen sie Hausfriedensbruch. Ein letzter Schritt seitens des Bistums wäre seiner Darstellung zufolge eine Anzeige. Allerdings wolle man "ganz bewusst keine Frist setzen". Die Kirche befinde sich in regelmäßigem Austausch mit den Behörden.

Am 5. Juli waren 45 Flüchtlinge in den Dom eingedrungen, um ein Bleiberecht zu erreichen. Allerdings waren offenkundig nur drei von ihnen "vollziehbar ausreisepflichtig". Die Kirche versorgte die Menschen, erklärte sich aber für nicht kompetent hinsichtlich der politischen Forderungen. Nach längeren Verhandlungen gelang es am 11. Juli, die Flüchtlinge zu einem Umzug ins Pfarrheim zu bewegen. Die Behörden sicherten zu, nicht einzugreifen. Die Gruppe wurde bisher von verschiedenen Aktivisten unterstützt, unter anderem aus Hamburg. (KNA)

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