Auftakt zu Eichstätter Konferenz "Flucht und Migration"

Fachleute aus Politik, Kirchen und Gesellschaft sind am Donnerstagabend an der KU Eichstätt-Ingolstadt zur Konferenz "Flucht & Migration" zusammengetreten. Unter den Teilnehmern war auch "Flüchtlingsbischof" Stefan Heße.

Hochschule | Eichstätt - 15.04.2016

Fachleute aus Politik, Kirchen und Gesellschaft sind am Donnerstagabend an der Katholischen Uni Eichstätt-Ingolstadt (KU) zur Konferenz "Flucht & Migration - Herausforderungen für eine Gesellschaft im Wandel" zusammengetreten. Bei dem zweitägigen Treffen wollen Wissenschaftler und Praktiker über Gesichtspunkte der Aufnahme und Integration von Asylsuchenden diskutieren.

Zu den Teilnehmern gehören der Flüchtlingsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stefan Heße, und der Osnabrücker Migrationsforscher Klaus J. Bade. Die Tagung bildet zugleich den Auftakt für ein gleichnamiges Kompetenzzentrum an der Hochschule. Das Zentrum für interdisziplinäre Flucht- und Migrationsstudien soll nach den Worten der kommissarischen KU-Präsidentin Gabriele Gien Multiplikatoren, Lehrkräfte, Erzieher und Sozialpädagogen ausbilden. Es dient zugleich als Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft und Bildungsakteure in Gesellschaft und Kirche. Heße sagte, die Universität setze mit dem Projekt einen ganz eigenen Akzent, um das Thema Flucht und Migration wissenschaftlich zu untermauern.

Losinger erwartet Fortschritte bei wissenschaftlicher Durchdringung

Der Vorsitzende des KU-Stiftungsrats, Anton Losinger, erwartet von dem Zentrum nach eigenen Worten "wesentliche Fortschritte" bei der wissenschaftlichen Durchdringung des Themas Flucht und Integration. "Wir benötigen dringend den Kontakt zwischen Wissenschaft und Praxis", sagte der Augsburger Weihbischof. Davon könnten auch wichtige Motivationshilfen ausgehen. Als Beispiel nannte er die Eichstätter "tun.starthilfe", ein Projekt von KU-Studierenden zur Unterstützung von Geflüchteten.

Bade sprach mit Blick auf das Thema Flüchtlinge von einer "historischen Zäsur" und übte scharfe Kritik an der Europäischen Union. Schon vor Jahrzehnten hätten Fachleute geäußert, wenn sich der Westen nicht zureichend um die sogenannte Dritte Welt kümmere, "kommt sie zu uns. Und jetzt ist sie da." Der emeritierte Kulturhistoriker sprach von einer "Weltkrise", die zu einer Krise der EU geworden sei und letztlich eine Krise der Flüchtlinge selbst sei. Wenn Europa nur Grenzen schließe und nicht die Fluchtursachen bekämpfe, werde man später von einem "historischen Skandal" sprechen. (KNA)

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