"Banalisierung ist der Tod"

Kardinal Paul Josef Cordes hat vor einer Banalisierung der Eucharistie gewarnt. "Was sich da ereignet, ist so mächtig und so gewaltig, dass es wichtig ist, darüber nachzudenken", so der Kardinal im katholisch.de-Interview mit Blick auf den Eucharistischen Kongress Anfang Juni.

Glaube | Bonn - 28.05.2013

Kardinal Paul Josef Cordes hat vor einer Banalisierung der Eucharistie gewarnt. "Heute hat man manchmal den Eindruck, dass der Empfang der Eucharistie zu einer Alltäglichkeit geworden ist", sagte Cordes im katholisch.de-Video-Interview. "Aber was sich da ereignet, ist so mächtig und so gewaltig, dass es wichtig ist, darüber nachzudenken", so der Kardinal, der von Papst Franziskus zum Legaten (siehe unten) für den Eucharistischen Kongress Anfang Juni in Köln bestellt wurde.

Die Menschen müssten sich bewusst machen, dass man bei der Eucharistie nicht nur nett zusammen komme und etwas Schönes feiere, sondern vielmehr "in den Tod Jesu" eingehe. "Das ist eine gewaltige Sache", sagte Cordes. "Da ist die Banalisierung der Tod der Sache."

In der Eucharistie steckten die "ganze Fülle des alttestamentlichen Geschehens" und die Taten der Propheten. "Ich erinnere mich, als ich die erste Heilige Kommunion empfangen habe, mit welcher Ehrfurcht wir vom Sakrament der Eucharistie gesprochen haben", so der Kardinal.

Der Eucharistische Kongress ist für Cordes "ein Fest des Glaubens, das in besonderer Weise die Eucharistie in den Mittelpunkt stellt". In der Tat sei das Wort "Kongress" sehr akademisch. Allerdings müsse man es in der Tradition verstehen und wissen, dass in ihm das Verb "congredi" (Deutsch: zusammentreffen) stecke.

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Paul Josef Kardinal Cordes, Legat des Papstes beim Eucharistischen Kongress, äußert sich zum "Fest des Glaubens".
 Peter Philipp

Als päpstlicher Sonderbotschafter habe er vor allem die Aufgabe, die Botschaft des Heiligen Vaters zu verlesen. "Wenn der Papst zu solchen Ereignissen einen Legaten schickt, dann bedeutet das auch, dass er die gesamtkirchliche Verbindung des Geschehens zum Ausdruck bringen will", so Cordes weiter.

Was in Köln geschehe, habe auch mit Kirche auf der ganzen Welt zu tun. Ebenso wünscht sich der Kardinal, dass die Besucher des Kongresses eine Sensibilität für die Menschen entwickeln, die gar nicht oder nur unter schweren Bedingungen feiern können.

Wie er zu seinem Legaten-Posten gekommen sei, sei schon ein wenig "lustig" gewesen, berichtete Cordes. Zunächst sei er telefonisch gefragt worden, ob er bereit sei, die Aufgabe zu übernehmen. Dies hätte er bejaht, dann aber nichts mehr gehört.

"Dann habe ich eine Mail von einem Bekannten aus Bombay bekommen, der mit gratulierte, dass ich Legat für den Eucharistischen Kongress geworden bin." Cordes, der zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts davon wusste, habe dann herausgefunden, dass der Brief mit der Berufung an eine falsche Adresse geschickt wurde und die Medien vor ihm selbst von seiner Berufung wussten. (meu)

Stichwort: Legat

(Apostolische) Legaten sind heute Botschafter des Papstes auf Zeit und für besondere Ereignisse, z. B. Jubiläen. In der Autorität des Papstes treten sie dabei als seine Stellvertreter auf. Die Erzbischöfe von Salzburg, Posen (früher: Gnesen), Köln und Prag führen traditionell den Ehrentitel "geborener Legat" (lat. legatus natus). Sie dürfen (innerhalb ihres Bistums, der Salzburger Erzbischof auch außerhalb) den Kardinalspurpur tragen, selbst wenn sie (noch) nicht zum Kardinal erhoben sind. Quelle: Manfred Becker-Huberti/Ulrich Lota | © Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2010

Fest des Glaubens

Vom 5. bis 9. Juni findet in Köln der Eucharistische Kongress statt. Katholisch.de präsentiert die Veranstaltung in einem umfassenden Dossier.

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