Bizarrer Streit

Nach heftigem Streit mit seinem Ortsbischof will in Polen ein abgesetzter Priester seine Pfarrei nun doch verlassen. Anders seien die entfachten Emotionen in der Pfarrei Jasienica bei Warschau nur schwer zu beherrschen, begründete der Geistliche Wojciech Lemanski (52) am Montag sein Einlenken.

Polen | Warschau - 16.07.2013

Nach heftigem Streit mit seinem Ortsbischof will in Polen ein abgesetzter Priester seine Pfarrei nun doch verlassen. Anders seien die entfachten Emotionen in der Pfarrei Jasienica bei Warschau nur schwer zu beherrschen, begründete der Geistliche Wojciech Lemanski (52) am Montag sein Einlenken.

Der Pfarrer, der sich stark im christlich-jüdischen Dialog engagiert, bekräftigte allerdings, er werde gegen seine Abberufung den Marsch durch die kirchlichen Rechtsinstitutionen antreten.

Von der Leitung der Pfarrei entbunden

Der Erzbischof von Warschau-Praga, Henryk Hoser, hatte Lemanski unter dem Vorwurf des "fehlenden Gehorsams" ihm gegenüber von der Leitung der Pfarrei entbunden und von ihm den Umzug in ein Altersheim für Geistliche verlangt. Konkret hielt der Erzbischof dem Priester vor, seine Lehrpositionen zu missachten. Damit spielte Hoser, der die Bioethik-Kommission der Polnischen Bischofskonferenz leitet, offenbar auf die abweichende Haltung zu künstlicher Befruchtung an.

Zur Unterstützung Lemanskis hatten am Sonntag und Montag Dutzende Katholiken vor dem Pfarrhaus des Dorfes eine Mahnwache abgehalten. Wegen der aufgebrachten Menschen konnten der Kanzler der Diözese und Lemanskis designierter Nachfolger am Montag nur mit Mühe das Pfarrbüro betreten. TV- und Radiosender berichteten live von den Auseinandersetzungen.

Unterstützung aus der Kirche Polens

Neben dem Pfarrgemeinderat hatte sich auch der Co-Vorsitzende des Polnischen Rates der Christen und Juden, Stanislaw Krajewski, hinter Lemanski gestellt. Wegen dieses Alleingangs traten der andere Co-Vorsitzende, der Ordensmann Wieslaw Dawidowski, sowie eine weitere Katholikin aus dem Rat aus, wie die polnische Nachrichtenagentur KAI (Montag) meldete. (KNA)

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