Christenverfolgung: Brennende Bibeln in Indien

Ein wütender Mob greift ein katholisches Krankenhaus an, ein weiterer bedroht Gläubige von Pfingstgemeinden und verbrennt Bibeln: In Indien wurden Christen erneut Opfer von Gewalt.

Indien | Mumbai - 14.03.2018

In Indien gab es in den vergangenen Tagen mehrere Angriffe auf Christen und ihre Gebäude. Am Montag habe eine Gruppe von rund 60 Menschen ein katholisches Krankenhaus in Ujjain im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh attackiert, berichtet das Onlinemagazin "Crux". Dabei seien mehrere Krankenpflegerinnen verletzt und die Wasser- und Energieversorgung des Pushpa Mission Hospitals zerstört worden. Zudem sei das Eingangstor des ältesten Krankenhauses der Gegend beschädigt worden.

Nach Angaben eines Sprechers des Bistums Ujjain führte der persönliche Sekretär eines Parlamentsmitglieds den Mob an. Der Sekretär beanspruche ein Stück Land, das dem Krankenhaus gehöre. Ortsbischof Sebastian Vadakel sagte Crux, es handele sich "definitiv um einen Akt gegen die christliche Gemeinschaft." Als Minderheit fühle man sich unsicher angesichts "wiederholter Attacken gegen die Personen und Institutionen der Kirche". Während des Angriffs seien mehrere Polizeiautos vorbeigefahren und keines habe angehalten. Der Bundesstaat mit seinen 73 Millionen Einwohnern, von denen weniger als ein Prozent Christen sind, wird von der hindu-nationalistischen Partei BJP regiert.

Von einer "wachsenden Intoleranz gegen den christlichen Glauben" sprach auch der Präsident des "Globalen Rates der indischen Christen" (GCIC), Sajan K. George gegenüber Asianews. George bezog sich auf Angriffe im Südosten Indiens vom Sonntag. Eine Gruppe von mehr als zehn Männern zog demnach nacheinander zu vier Gebetsstätten von Pfingstgemeinden bei Madurai. Dort bedrängten und beschimpften sie die Pastoren, deren Familien und anwesende Gläubige. Die Mitglieder radikaler hinduistischer Gruppen drohten damit, die Häuser der Christen anzugreifen, wenn sie nicht binnen einer Woche die Kirchen schließen und ihre liturgischen Aktivitäten einstellen. Die Täter zerstörten das Gebetszentrum der Pfingstgemeinde in Sikkandar Chavadi und verbrannten Bibeln mitten auf der Straße.

In Indien hat die Gewalt gegen Christen und Muslime seit dem Machtantritt von Premierminister Narendra Modi (BJP) im Jahr 2014 deutlich zugenommen. Hilfswerke beklagen eine problematische Entwicklung in der mit 1,3 Milliarden Einwohnern größten Demokratie der Welt. Hindu-Fundamentalisten missbrauchten die Religion für eine nationalistische Politik. (luk)

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