Darum lohnt sich das "Abendgebet"

Seit einem halben Jahr spricht Pater Philipp täglich das "Abendgebet" auf katholisch.de. Jetzt zieht der Benediktiner aus Maria Laach Bilanz und sagt, warum sich das neue Video-Format aus seiner Sicht gelohnt hat.

Spiritualität | Köln/Maria Laach - 12.06.2018

Frage: Pater Philipp, etwa ein halbes Jahr ist es nun her, dass Sie erstmals mit dem Abendgebet auf Sendung gegangen sind. Wie sind Ihre Erfahrungen? War der Schritt richtig, auch über den digitalen Weg an die Gläubigen zu treten?

Pater Philipp: Beinahe täglich erreichen uns E-Mails mit Gebetsanliegen und viele bedanken sich für das Gebetsformat, sogar von Übersee. Es ist gut zu wissen, dass wir im Team eine Möglichkeit gefunden zu haben, Menschen zu erreichen und ihnen etwas zu geben. Das ist eine schöne und wichtige Form der Pastoral und der Verkündigung. Neu ist für uns Benediktiner die Form, aber auf keinen Fall der Auftrag. Ich persönlich bin dankbar, daran mitwirken zu dürfen. Wichtig finde ich vor allem, dass dieses Format nicht nur die "einschlägige Klientel" erreicht, wenn ich das so sagen darf, also nur Menschen, die dezidiert auf die Seite katholisch.de klicken, sondern es vor allem über die sozialen Netzwerke eine viel größere Verbreitung bei Menschen finden kann, die nicht von allein auf die Idee kämen, auf einer katholischen Internetseite nach einem Abendgebet zu suchen. Diesen Aspekt finde ich persönlich sehr wichtig und noch ausbaufähig.

Frage: Was für Menschen schreiben Ihnen und welche Anliegen haben sie?

Pater Philipp: Wer uns schreibt, weiß ich natürlich nicht genau, denn es gibt ja eine E-Mail-Adresse, von der mir die Anliegen anonymisiert weitergeleitet werden; manche Leute unterschreiben mit dem vollen Namen, manche mit dem Vornamen. Doch die Anliegen sprechen vom Leben mit seinen Höhen, aber vor allem auch von den Tiefen und oft auch von einem tiefen Vertrauen in Gott.

Frage: Wie gehen Sie mit den eingeschickten Gebetsanliegen um? Wie sieht die Praxis dabei aus?

Pater Philipp: Die ist ganz einfach: Ich drucke die Gebetsanliegen aus und pinne diese an unsere Gebetswand im Kreuzgang, wo auch die Gebetszettel der Besucherinnen und Besucher unserer Kirche hängen. Von dort aus nehmen wir Mönche dann die Gebetsanliegen mit in unser Gebet hinein.

Frage: Gibt es für die Internet-User eine Möglichkeit, Sie auch persönlich kennenzulernen und aufzusuchen?

Pater Philipp: Bisher hat noch keiner danach gefragt. Aber ich werde sowohl bei uns in Maria Laach von Besuchern auf das Format angesprochen als auch bei einer Großveranstaltung wie dem Katholikentag.

Frage: Hat das Format Sie oder Ihre Spiritualität in irgendeiner Form verändert?

Pater Philipp: Nicht verändert, das kann ich nicht sagen. Zumal wir ja schon lange die Möglichkeit haben, in unserer Abteikirche solche Gebetszettel abzugeben. Aber ich freue mich, dass ich mit einer Gabe, einem Geschenk Gottes, etwas helfen kann, Menschen einen spirituellen Anhaltspunkt, manchen sogar einen täglichen Fixpunkt zu geben. Das wusste ich vor einem Jahr auch noch nicht und das macht mich froh und dankbar.

Frage: Für Sie persönlich bedeutet das Abendgebet neben den Ordenstätigkeiten einen zusätzlichen Aufwand. Hat sich dieser gelohnt?

Pater Philipp: Auf jeden Fall. Mit dem Team macht die Arbeit viel Spaß, ich konnte neue Facetten an mir entdecken und die Rückmeldungen vieler Zuschauerinnen und Zuschauer bestärken uns, dieses Format noch ein Weilchen weiterzumachen.

Von Joachim Küffner

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