Das passiert 2018 in der Kirche

Katholikentag in Münster, Jugendsynode im Vatikan: Das neue Jahr wartet mit zwei katholischen Großveranstaltungen auf. Aber auch abseits davon gibt es 2018 in der Kirche zahlreiche interessante Termine.

Ausblick | Berlin - 01.01.2018

88 Jahre hat es gedauert, doch 2018 ist es wieder soweit: Erstmals seit 1930 findet der Katholikentag im neuen Jahr wieder in Münster statt. Vom 9. bis 13. Mai ist die westfälische Universitätsstadt zum vierten Mal Gastgeberin des katholischen Glaubensfests. Nach dem "Diaspora-Katholikentag" 2016 in Leipzig dürfte das Treffen in Münster eine Art Heimspiel erleben – immerhin ist die 300.000-Einwohner-Stadt bis heute tief katholisch geprägt.

Seit Beginn der Stadtgeschichte Anfang des neunten Jahrhunderts sind Stadt und Kirche eng miteinander verbunden. Schließlich war es mit Liudger ein christlicher Missionar, der im Jahr 793 auf dem Gebiet des heutigen Domplatzes ein Kloster gründete, dessen lateinische Bezeichnung – Monasterium – der Stadt ihren Namen gab. Wenige Jahre später wurde Liudger der erste Bischof des neu gegründeten Bistums Münster; heute ist er einer der wichtigsten Heiligen der Diözese. Das Bistum selbst, das mit seinem Bischof Felix Genn an der Spitze als Gastgeber des Katholikentags fungiert, ist eines der Schwergewichte unter den 27 deutschen Diözesen. Nicht nur bei der Zahl der Katholiken – knapp zwei Millionen – liegt Münster in den kirchlichen Statistiken weit vorn.

Der Katholikentag sucht den Frieden

Der Katholikentag steht unter dem Leitwort "Suche Frieden", das aus Psalm 34 stammt. Und auch wenn das vollständige Programm des Treffens erst im April veröffentlicht wird, dürfte sich das Leitwort in zahlreichen Veranstaltungen wiederfinden. Bereits klar sind immerhin die wichtigsten Eckpunkte des Programms: Die Eröffnung des Katholikentags findet am Abend des 9. Mai auf dem Domplatz im Zentrum von Münster statt. Weitere zentrale Veranstaltungen sind der Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt am 10. Mai, ein großes Straßenfest am Abend des 12. Mai und der Abschlussgottesdienst am 13. Mai. Begleitet wird der Katholikentag darüber hinaus von der traditionellen Kirchenmeile, bei der sich kirchliche Organisationen in der ganzen Stadt mit Ständen präsentieren und zum Gespräch einladen.

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Streit im Malteserorden, ein neuer Bischof für Mainz, der Tod von Kardinal Joachim Meisner – und ganz viel Ökumene: Katholisch.de blickt auf das Kirchenjahr in Deutschland und der Weltkirche zurück.

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Während der Katholikentag für die Kirche in Deutschland sicher einer der wichtigsten Termine im neuen Jahr ist, dürfte sich die weltweite Aufmerksamkeit der Katholiken 2018 vor allem auf den Vatikan richten. Dort findet vom 3. bis 28. Oktober die mit Spannung erwartete Jugendsynode statt. Bei dem Treffen unter dem Thema "Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung" soll es unter anderem darum gehen, wie die katholische Kirche junge Menschen dabei begleiten kann, ihre individuelle Rolle in Kirche, Politik und Gesellschaft zu finden.

Zur Vorbereitung der Synode haben die Bischofskonferenzen in aller Welt Fragebögen ausgefüllt und dem Vatikan darin Auskunft über das Verhältnis von Kirche und Jugend in ihrem Land gegeben. Die deutschen Bischöfe präsentierten in ihrer Antwort Anfang November eine zum Teil sehr selbstkritische Bestandsaufnahme. Auf der einen Seite, so die Bischöfe, gebe es großes Engagement bei Ministranten, katholischen Jugendverbänden und geistlichen Gemeinschaften, doch zugleich sei auch eine nachlassende kirchliche Bindung sowie ein Misstrauen gegenüber der Institution Kirche zu verzeichnen.

Fünf Jahre Papst Franziskus

Die Jugendsynode geht zurück auf die Initiative von Papst Franziskus, für den 2018 ein besonderes Jahr werden dürfte. Am 13. März jährt sich zum fünften Mal die Wahl des Argentiniers auf den Stuhl Petri. Sicher wird dieses Datum zum Anlass genommen werden, eine ausführlichere Zwischenbilanz des Pontifikats zu ziehen. Bei den Katholiken in aller Welt überwiegen noch immer deutlich die Sympathien für Franziskus, doch im vatikanischen Apparat stößt der Pontifex – das zeigte sich auch im zu Ende gehenden Jahr – mit seinen Ideen und Entscheidungen nicht nur auf Gegenliebe.

Zum Beginn des neuen Jahres stehen zwei Reisen von Papst Franziskus bereits fest. Vom 15. bis 21. Januar besucht das Kirchenoberhaupt erneut seinen Heimatkontinent Lateinamerika. Nachdem Franziskus bereits Brasilien, Ecuador, Bolivien, Paraguay, Mexiko und zuletzt Kolumbien bereist hat, stehen diesmal Chile und Peru auf dem Programm. Damit hat der Papst fast alle Länder Lateinamerikas besucht – nur sein Heimatland Argentinien muss weiter auf eine Visite warten. Eine weitere bereits terminierte Reise wird den Pontifex im August zum Weltfamilientreffen (22. bis 26. August) nach Dublin führen.

Wird im Februar 75 Jahre alt: Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen.
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In der Deutschen Bischofskonferenz stehen auch 2018 personelle Veränderungen an. Am 15. Februar wird der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen 75 Jahre alt, gemäß den Bestimmungen des Kirchenrechts muss er dem Papst dann seinen Rücktritt anbieten. Algermissen ist seit 2001 Bischof von Fulda und war damit jeweils im Herbst auch Gastgeber der Vollversammlungen der Bischofskonferenz.

Während das Bonifatius-Bistum Fulda also vor einer Sedisvakanz steht, dürfen sich Hildesheim und Würzburg berechtigte Hoffnungen auf ein Ende der bischofslosen Zeit machen. In beiden Bistümern waren die Bischöfe Norbert Trelle (Hildesheim) und Friedhelm Hofmann (Würzburg) im September innerhalb von nur neun Tagen aus Altersgründen zurückgetreten. Da eine Sedisvakanz in den vergangenen Jahren in Deutschland im Schnitt rund ein Jahr andauerte, sollten beide Diözesen 2018 jeweils einen neuen Bischof begrüßen können.

Ordensgemeinschaften laden zum "Tag der offenen Klöster"

Die wichtigsten Treffpunkte der deutschen Bischöfe sind auch im kommenden Jahr die beiden Vollversammlungen. Im Frühjahr treffen sich die Bischöfe vom 19. bis 22. Februar in Ingolstadt im Bistum Eichstätt und im Herbst vom 24. bis 27. September in Fulda.

Einen besonderen Termin haben sich die Ordensgemeinschaften in Deutschland ausgedacht: Am 21. April laden sie zum zweiten "Tag der offenen Klöster" ein. Unter dem Motto "Gut. Wir sind da." wollen zahlreiche Klöster und Konvente nach der Premiere im Jahr 2014 erneut ihre Pforten öffnen und ein Fest der Begegnung feiern. "Wir freuen uns, dass wir Ihnen zeigen können, wie unser Alltag aussieht, was Arbeit und Gebet für uns bedeuten und vor allem wie wir versuchen, Jesus nachzufolgen", heißt es auf der Internetseite des Aktionstags, auf der auch die teilnehmenden Klöster verzeichnet sind.

Von Steffen Zimmermann

Wichtige kirchliche Termine 2018

  • 14. Februar: Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit
  • 19. bis 22. Februar: Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt
  • 25. März: Palmsonntag
  • 30. März: Karfreitag
  • 1. und 2. April: Ostern
  • 14. bis 21. April: Woche für das Leben
  • 21. April: Tag der offenen Klöster
  • 9. bis 13. Mai: Katholikentag in Münster
  • 10. Mai: Christi Himmelfahrt
  • 20. und 21. Mai: Pfingsten
  • 31. Mai: Fronleichnam
  • 30. Juli bis 3. August: Internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom
  • 22. bis 26. August: Weltfamilientreffen in Dublin
  • 24. bis 27. September: Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda
  • 3. bis 28. Oktober: Bischofssynode im Vatikan zum Thema Jugend
  • 2. Dezember: 1. Advent, Beginn des neuen Kirchenjahrs

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