Der Himmel steht offen

Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass der Himmel an diesem Tag offen sei. Und so wurde die Christusfigur während der Messfeier in der Kirche hochgezogen und verschwand dann durch eine Öffnung im Kirchendach. Von dort oben regnete es Blumen und Heiligenbildchen.

Christi Himmelfahrt | - 07.01.2015

Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass der Himmel an diesem Tag offen sei. Und so wurde die Christusfigur während der Messfeier in der Kirche hochgezogen und verschwand dann durch eine Öffnung im Kirchendach. Von dort oben regnete es Blumen und Heiligenbildchen.

In manchen Gegenden pflegte man darüber hinaus einen schaurigen Brauch: Aus dem Kirchendach, das den Himmel darstellen sollte, wurde eine Figur des Teufels gestürzt, auf die dann kräftig eingedroschen wurde. Das war für die Gläubigen ein wichtiges Symbol. Denn mit dem Sturz des Teufels aus dem Himmel und seiner Zerstörung sollte die Herrschaft des Bösen beendet werden.

Beten für eine gute Ernte

Es gab in vielen Orten auch Prozessionen durch Wiesen und Felder. An kleinen Kapellen oder Bildstöcken wurde gebetet. Vor allem, die Bauern baten um Gottes Segen für eine gute Ernte und um den Schutz vor Unwettern.

Fliegendes Fleisch

Früher wurde an Christi Himmelfahrt oft nur "fliegendes Fleisch", also Geflügel gegessen. Und auch heute noch gibt es an diesem Tag in manchen Gegenden Gebäck in Vogelform. In Prüm in der Eifel zum Beispiel wurden nach dem feierlichen Gottesdienst am Himmelfahrtstag durch eine Öffnung am Kirchengewölbe kleine Weizenbrötchen herabgeworfen. Die Gläubigen hoben sie auf und nahmen sie mit nach Hause.

Von Margret Nussbaum

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