Der Papst und der Rosenkranz

Papst Franziskus hat zu Beginn des Marienmonats Mai erstmals öffentlich ein Rosenkranz-Gebet gesprochen. In der römischen Kirche Santa Maria Maggiore betete er am Samstagabend gemeinsam mit Vertretern katholischer Bruderschaften aus Italien und anderen europäischen Staaten.

Dossier: Unsere Gebete | - 05.05.2013

Papst Franziskus hat zu Beginn des Marienmonats Mai erstmals öffentlich ein Rosenkranz-Gebet gesprochen. In der römischen Kirche Santa Maria Maggiore betete er am Samstagabend gemeinsam mit Vertretern katholischer Bruderschaften aus Italien und anderen europäischen Staaten.

In seiner Predigt beklagte Franziskus eine wachsende Unverbindlichkeit in lebensentscheidenden Fragen. "Wir sind Opfer einer Tendenz, die uns zur Unverbindlichkeit führt", sagte der Papst. In der heutigen Zeit falle es schwer, sich endgültig festzulegen. Ursache hierfür sei häufig die Sorge, etwas falsch zu machen und Schuld auf sich zu laden, so Franziskus.

Die Gottesmutter Maria könne dem Menschen helfen, sich den Problemen des Lebens zu stellen und sie zu überwinden. Wie eine "gute Mama" gebe sie den Gläubigen die Freiheit, definitive Entscheidungen zu fällen, sagte Franziskus. Maria lehre stets offen gegenüber dem Leben zu sein und mit Freude und Hoffnung anderen Leben zu schenken.

Das ist das Rosenkranzgebet

Viele Katholiken halten an dem schönen alten Brauch fest, im Mai und Oktober, den beiden Marienmonaten, Rosenkranzandachten zu besuchen. Das Rosenkranzgebet gibt Kraft für den Alltag, Trost in Krankheit, Trauer und Leid. Dieses Gebet ist uralt, es geht bis zu den Anfängen des Christentums zurück.

Die Perlenkette ist ein Hilfsmittel beim Beten. Die Betenden lassen sie durch die Finger gleiten. Dies erinnert auch an die Gebetsketten und –schnüre anderer Religionen. Der Name Rosenkranz passt zur Mutter Gottes. Über sie gibt es viele Blumenlegenden. Und im Adventlied "Maria durch ein Dornwald ging" werden Rosen besungen.

Der Rosenkranz besteht aus einem Kreuz und 59 Perlen. 55 davon - 50 kleinere und fünf größere - bilden eine zusammenhängende Kette. Eine der größeren Perlen dient als Verbindungsglied zu einer weiteren Kette mit drei kleineren Perlen, einer größeren und einem Kreuz. Das Kreuz erinnert an Jesu Liebe zu uns und an seinen Kreuzestod.

So wird der Rosenkranz gebetet

Wir machen das Kreuzzeichen und sagen dazu: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Es folgt das Glaubensbekenntnis:

"Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen" Es folgt: "Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen"

Zwei Menschen beten gemeinsam einen Rosenkranz.
Zwei Menschen beten gemeinsam einen Rosenkranz.
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Über dem Kreuz befindet sich eine einzelne große Perle. Wir berühren sie und sprechen dazu das "Vaterunser". Die drei Perlen, die dann folgen, sind ganz besondere: Wir beten, indem wir sie berühren, je ein "Gegrüßet seist du, Maria", fügen aber nach dem Wort "... Jesus" noch etwas dazu, und zwar bei der ersten Perle "... Jesus, der in uns den Glauben vermehre", bei der zweiten Perle "... Jesus, der in uns die Hoffnung stärke" und bei der dritten Perle "... Jesus, der in uns die Liebe entzünde".

Es folgt vor der ersten Perle der zusammenhängenden Kette das "Ehre sei dem Vater ..." und das "Vaterunser". Dies gilt auch für die vier weiteren, etwas größeren Perlen des Rosenkranzes. Nach jeder großen Perle folgen zehn "Gegrüßet seist du, Maria".

Die Gesätze des Rosenkranzes

Je zehn Perlen bilden ein Gesätz. In einem Gesätz sprechen wir jedes Mal beim "Gegrüßet seist du, Maria" nach dem Wort "Jesus" dieselben Worte. Es sind die "Geheimnisse" des freudenreichen, des lichtreichen, des schmerzhaften oder des glorreichen Rosenkranzes; außerdem gibt es individuelle Formulierungen. Gebetet wird immer nur ein Rosenkranz. Jedem Tag der Woche ist ein Gesätz zugeordnet. Auch auf Fronleichnamsprozessionen und Wallfahrten wird der Rosenkranz gebetet.

Von Magret Nußbaum

Die freudenreichen Geheimnisse (über die Geburt und Kindheit Jesu) 1 ... Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast 2 ... Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabet getragen hast 3 ... Jesus, den du, o Jungfrau, in Betlehem geboren hast 4 ... Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel geopfert hast 5 ... Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast

Die lichtreichen Geheimnisse (über das Wirken Jesu) 1 ... Jesus, der von Johannes getauft worden ist 2 ... Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana geoffenbart hat 3 ... Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat 4 ... Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist 5 ... Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat

Die schmerzhaften Geheimnisse (über das Leiden und Sterben Jesu) 1 ... Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat 2 ... Jesus, der für uns gegeißelt worden ist 3 ... Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist 4 ... Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat 5 ... Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist

Die glorreichen Geheimnisse (über die Auferstehung Jesu) 1 ... Jesus, der von den Toten auferstanden ist 2 ... Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist 3 ... Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat 4 ... Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat 5 ... Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat

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