Deutsch-polnische Dankbarkeit

Norbert Schmaus rechnet mit dem Schlimmsten. "Die Bundespolizei wird die Brücke sperren müssen. Anders kann das gar nicht funktionieren", sagt Schmaus angesichts der Aufgabe, die ihn am Samstagabend erwartet. Der 43-Jährige leitet dann den Ordnerdienst bei einer deutsch-polnischen Lichterprozession in Görlitz, die eigens für die Heiligsprechung Papst Johannes Pauls II. stattfinden wird.

Heiligsprechung | Görlitz - 25.04.2014

Norbert Schmaus rechnet mit dem Schlimmsten. "Die Bundespolizei wird die Brücke sperren müssen. Anders kann das gar nicht funktionieren", sagt Schmaus angesichts der Aufgabe, die ihn am Samstagabend erwartet. Der 43-Jährige leitet dann den Ordnerdienst bei einer deutsch-polnischen Lichterprozession in Görlitz, die eigens für die Heiligsprechung Papst Johannes Pauls II. stattfinden wird.

Die Prozession soll von der Görlitzer Altstadtbrücke auf dem polnischen Ufer der Neiße bis zur Stadtbrücke führen. Norbert Schmaus ist gebürtiger Görlitzer und kennt seine Heimatstadt. "Mit 300 bis 500 Leuten wird das nichts werden", sagt er lachend. Auf mindestens 800 bis 1.000 Leute müsse man sich schon einstellen. "Wie viele tatsächlich aus Zgorzelec, dem polnischen Teil der Stadt, kommen werden, das weiß man nicht", sagt Schmaus, der sonst Leiter des Behindertenfahrdienstes und des Speisendienstes der Malteser in Görlitz ist. Da müsse wahrscheinlich der Autoverkehr auf der Stadtbrücke gesperrt werden.

Die Lichterprozession beginnt um 20 Uhr. "An einer Station zwischendurch werden Texte von Papst Johannes Paul II. gelesen", erklärt Schmaus. Auf dem Weg werde gesungen und gebetet. Ziel ist die Stadtbrücke. Die wichtigste innerstädtische Brücke über die Neiße trägt seit 2006 offiziell den Namen des verstorbenen Papstes. Zwei Marmorplatten an den Brückenköpfen erinnern auf Deutsch und Polnisch an den Pontifex.

Norbert Schmaus leitet den Ordnerdienst bei einer deutsch-polnischen Lichterprozession in Görlitz
 Markus Kremser

Aus Dankbarkeit für das Wirken Johannes Paul II.

Norbert Joklitschke ist Pfarrer der Stadtpfarrei Heiliger Wenzel in Görlitz. Gemeinsam mit dem Zgorzelecer Dekan Maciej Wesołowski hat er die Lichterprozession geplant. "Zu der Vigil und der Lichterprozession sind katholische und evangelische Christen aber auch Menschen ohne christliches Bekenntnis eingeladen", sagt Joklitschke. "Wir erwarten auch den emeritierten Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, und evangelischen Superintendenten, Martin Herche". Auch Joklitschke weiß nicht, wie viele Menschen am Samstag tatsächlich kommen werden. "Wir haben mal 800 Kerzen bestellt. Ob die reichen werden wissen wir nicht", sagt der Pfarrer.

Für Norbert Schmaus ist sein Einsatz bei der Vigil eine Ehre. "Ich bin Papst Johannes Paul II. persönlich sehr dankbar", sagt er. Sein Wirken für die friedliche Wende in Deutschland und den Fall des Eisernen Vorhangs sei bewundernswert. Und Joklitschke betont: "Als polnischer Papst hat Johannes Paul II. für uns in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec und im Brückenbistum Görlitz natürlich eine besondere Bedeutung. Er hat Brücken zwischen Ost und West geschlagen."

Initiative kam von Bischof Wolfgang Ipolt

Die Initiative für die grenzüberschreitende Gedächtnisfeier für den verstorbenen Papst sei vom Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt ausgegangen, erzählt Joklitschke. Im deutsch-polnischen Konvent, in dem sich Geistliche aus beiden Teilen der Stadt austauschen, sei dann beraten worden, wie man die Heiligsprechung des polnischen Papstes in der deutsch-polnischen Grenzstadt feiern könne.

Erwartet werden zu der Vigil auch die Teilnehmer einer Fußwallfahrt, die anlässlich der Heiligsprechung stattfindet. Die Pilger laufen dabei rund 100 Kilometer vom schlesischen Wallfahrtsort Grüssau (Krzeszów) bis in die Europastadt Görlitz/Zgorzelec.

Von Markus Kremser

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