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Deutsche Willkommenskultur umstritten

Zu Beginn der Vollversammlung der EU-Bischofskommission COMECE wurde deutlich: Nicht nur in der Politik, auch unter Bischöfen der EU-Mitgliedstaaten gibt es Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik. Derweil fordert der Papst mehr Unterstützung für die Schutzsuchenden.

Europa | Brüssel - 02.03.2016

Die Bischöfe der EU-Mitgliedstaaten vertreten unterschiedliche Standpunkte zur Flüchtlingspolitik. Einige seien "sehr vorsichtig" mit dem, was in Deutschland Willkommenskultur heiße, sagte der stellvertretende Generalsekretär der EU-Bischofskommission COMECE, Michael Kuhn, am Mittwoch bei domradio.de: "Es gibt Bischöfe, die - das sage ich jetzt einmal ganz vorsichtig - einen Plan dahinter vermuten, dass so viele Menschen im Moment aus Afghanistan oder aus dem Nahen Osten zu uns kommen", so Kuhn.

Die Ergebnisse der aktuellen COMECE-Konferenz würden auch von Politikern auf EU-Ebene gehört. Neben der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini kämen auch Mitarbeiter aus dem EU-Parlament und vom europäischen auswärtigen Dienst. Die Tatsache, dass sie sich mit den Bischöfen träfen, "zeigt die grundsätzliche Bereitschaft, auch auf die Bischöfe zu hören und zu überlegen, ob das, was sie sagen, auf die ein oder andere Weise im konkreten politischen Alltag weiterhelfen kann", sagte Kuhn.

Derweil rief Papst Franziskus bei der Generalaudienz zu mehr Unterstützung für die Flüchtlinge in Europa auf. "Sucht die Gerechtigkeit, rettet die Unterdrückten, lasst den Waisen Gerechtigkeit widerfahren, verteidigt die Anliegen der Witwen", zitierte der Pontifex am Mittwoch bei seiner Generalaudienz in Rom den Propheten Jesaja und ergänzte: "Denkt nur an die vielen Flüchtlinge, die in Europa ankommen und nicht wissen, wohin".

Die Bischöfe aus den 28 EU-Mitgliedstaaten diskutieren vom heutigen Mittwoch an bis Freitag bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Brüssel mit verschiedenen Experten über die geopolitische Lage an den EU-Grenzen. Zentrales Thema ist die Rolle Europas als Friedensförderer. (gho/KNA/dpa)

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