Natur + Umwelt

Die Erde leidet

Ökumenischer Schöpfungstag mahnt zu mehr Umweltschutz

Bonn - 06.09.2013

Das eigene Ernährungsverhalten einmal kritisch überprüfen. Das fordern kirchliche Organisationen anlässlich des ökumenischen Schöpfungstags" an diesem Freitag. Unter dem Leitwort "Gottes Schöpfung - Lebenshaus für alle" stehen das Lob des Schöpfers, die eigene kritische Bewusstsein angesichts der Zerstörung der Schöpfung und konkrete Schritte zu ihrem Schutz im Fokus. Die bundesweite Eröffnung findet in Hamburg statt.

"Was wir essen hat Folgen. Für den Klimaschutz, für die Nachhaltigkeit, für die Gerechtigkeit weltweit. Mit unseren Kaufentscheidungen setzen wir als Verbraucherinnen und Verbraucher wichtige Impulse für nachhaltige Entwicklungen in der Lebensmittelproduktion", sagte Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). "Unser übermäßiger Fleischkonsum hat globale Auswirkungen auf das Klima und die Lebensbedingungen der Menschen weltweit, besonders für die Armen." So verursache beispielsweise die hochindustrialisierte Tierhaltung in Europa hohe klimaschädliche Emissionen.

Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor erklärte, die Rechnung bezahlten jene, die selbst am wenigsten zum Klimawandel beitrügen. Ein anderer Lebensstil könne dazu beitragen, dass "unsere Umwelt geschützt wird und unsere Solidarität mit den Armen ein konkretes Gesicht erhält".

„Was wir essen hat Folgen“

Maria Theresia Opladen

Gemeinsam wollen kfd und Misereor die Menschen für einen nachhaltigen und umweltschonenden Konsum sensibilisieren. Dafür haben die beiden Verbände eine Präsentation unter dem Titel "Gerecht, nachhaltig, lecker – das gehört auf den Tisch" erstellt. Sie bündelt Zahlen und Fakten zum Thema, soll zur Diskussion einladen und kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ruft anlässlich des Schöpfungstages zu mehr Engagement beim Umweltschutz auf. Die Menschheit in den reichen Industrieländern müsse umdenken und sich auf einen bescheideneren Lebensstil einlassen, erklärte Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz ist. Nur dann könne die Schöpfung als Lebenshaus für alle bewahrt werden, auch für künftige Generationen.

In diesen Zusammenhang forderte der Erzbischof eine stärkere Rolle der Kirchen und Religionen. Der Mensch dürfe nicht gegen den Schöpfer handeln und sich zum Herrn der Schöpfung aufspielen. Wo die Schöpfung leide, leide der Mensch.

Als Beispiel führte er das Amazonasgebiet an. Dort würden für riesige Wasserkraftwerke lebenswichtige Wälder abgeholzt. Der Bevölkerung werde die Lebensgrundlage entzogen. In Afrika und Südamerika wiederum würden für die Gewinnung von Gold, Silber und anderer Edelmetalle riesige landwirtschaftlich nutzbare Flächen mit Maschinen und Chemikalien auf Dauer vernichtet. (meu/KNA)

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