Dingsda auf katholisch

Mit gleich zwei neuen Internetportalen möchte die Kirche in Kontakt mit der außerkatholischen Welt treten. Während sich www.reliki.de vor allem an Kinder richtet, hat www.wir-glauben-an-gott.de überwiegend Zweifelnde und Suchende als Zielgruppe.

Internet | Bonn - 03.11.2012

Mit gleich zwei neuen Internetportalen möchte die Kirche in Kontakt mit der außerkatholischen Welt treten. Während sich www.reliki.de vor allem an Kinder richtet, hat www.wir-glauben-an-gott.de überwiegend Zweifelnde und Suchende als Zielgruppe.

Wenn Kinder Religion erklären, hat das immer etwas von Dingsda. Und so wirkt das Internetportal www.reliki.de des Bistums Osnabrück erst einmal niedlich. Beim genaueren Betrachten der Seiten wird deutlich, wie viel Gehalt hinter der bunten Aufmachung steckt: Hatte Jesus Superkräfte? Habe ich einen Schutzengel? Kinder haben diese Fragen gestellt – Kinder haben diese Fragen beantwortet. Sogar, wer nicht lesen kann, findet sich spielend auf den Seiten zurecht: Wer mit dem Mauszeiger über die Bilder fährt, bekommt die Fragen der Kinder vorgelesen. Wer möchte, kann sich die Antworten ebenfalls vorlesen lassen.

Bischof Bode ist begeistert

Bischof Franz-Josef Bode hat "reliki" am Freitag in Osnabrück vorgestellt und war sofort begeistert: "Staunen und aufmerken, fragen und suchen, finden und gestalten – Glauben beginnt im Kindesalter. Wie unser Glaube sich am Kind orientiert, so soll er auch Kindern Orientierung, Halt und Freude geben. Ich hoffe, dass die neue Internetseite interessierten Kindern ein wenig von dieser Kraft des Glaubens vermitteln kann."

Auch das Erzbistum Freiburg stellte kürzlich ein neues Internetportal vor: Auf www.wir-glauben-an-gott.de wendet sich das Bistum vor allem an Sucher und Zweifler. Im Zentrum des Auftritts steht jeweils ein Motiv, das mit Material, Gebeten und Denkanstößen angereichert wird. Den Auftakt macht ein Bild, auf dem zwei Personen den Himmel mit einem Teleskop betrachten: "Himmel ist für mich mehr als Sonne, Mond und Sterne…", sagt einer der beiden.

Zusammenhang zur Bischofssynode

Erzbischof Robert Zollitsch stellt das Portal in den Kontext seiner Rede auf der Bischofssynode, in der er von "großen Herausforderungen bei der Verkündigung und der Weitergabe des Glaubens" sprach: "Denn wo es bisher um die Vertiefung des Glaubens ging, der in der Familie grundgelegt wurde, geht es heute um eine Grundlegung des Glaubens, wo vielfach Eltern und Familie zu Analphabeten mit Blick auf christliches Grundwissen geworden sind." Ziel des Erzbischofs ist es, den Menschen auf ihrer Suche nach Spiritualität Hilfestellung geben: "Glaubenswissen allein genügt nicht. Das Wissen muss einen Sitz im Leben des einzelnen Menschen haben, es muss ankommen und anknüpfen an dessen Alltag und so zur Erfahrung mit Gott werden." (mir)

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