Diözese Würzburg zeigt Priester an

Wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch hat das Bistum Würzburg einen Priester angezeigt. Der 55-Jährige wurde bereits im Jahr 2002 in den Ruhestand versetzt - aufgrund seiner Vorstrafe.

Missbrauch | Würzburg - 08.06.2017

Die Diözese Würzburg hat einen Geistlichen wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Der Missbrauch soll sich Anfang der 1990er Jahre in Österreich ereignet haben, teilte das Bistum am Donnerstag mit. Dort sei der 55-jährige Ruhestandspriester als Mitglied einer Ordensgemeinschaft in einem Kloster tätig gewesen.

Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg bekam in den vergangenen Wochen erste Hinweise auf den angezeigten Vorfall. Nach eigenen Recherchen und der Konfrontation des Priesters mit dem Vorwurf erstattete Generalvikar Thomas Keßler Anzeige. Die Diözese informierte nach ihren Angaben zudem die römische Glaubenskongregation.

Seit der Verurteilung im Ruhestand

Der Beschuldigte sei nicht in der Diözese Würzburg inkardiniert, lebe aber auf Bistumsgebiet. Der Mann sei 1996 in Rumänien zum Priester geweiht worden und sei im Jahr 2000 ins Bistum Würzburg gekommen. Dort arbeitete er nach Angaben der Diözese bis 2002 als Pfarradministrator. Dabei sei es 2002 zu sexuellem Missbrauch gekommen, den der Priester selbst anzeigte. Der damalige Bischof Paul-Werner Scheele habe ihn daraufhin von seinen Aufgaben entpflichtet.

Bei der Anstellung im Jahr 2000 habe es keine Anhaltspunkte für einen vorherigen Missbrauch durch den Priester gegeben, betont das Bistum in der Stellungnahme. Damals seien das Weihezeugnis des rumänischen Bischofs mit dessen positiver Beurteilung und ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag vorgelegt worden. Hinzu kam eine ausführliche positive Beurteilung durch seine damalige Dienststelle in der Schweiz, in der der Priester von 1998 bis 2000 als Kaplan tätig war.

Nach Auskunft der Diözese hatte ein Amtsgericht den Priester wegen der Tat im Jahr 2002 unter anderem zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem entschied die Glaubenskongregation damals, dass der Geistliche nach Abschluss einer Therapie nicht wieder in der ordentlichen Seelsorge eingesetzt werden könne. An diese Vorgabe halte sich das Bistum. (luk)

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