Doch bald Bischöfinnen?

Neue Chance für anglikanische Bischöfinnen: Die Generalsynode der Kirche von England hat am Montag in York eine Neufassung zur Zulassung von Frauen in das höchste Leitungsamt verabschiedet. Am Montag stimmten 319 Synodenteilnehmer dafür, 84 dagegen; 22 enthielten sich. Bis Juli oder November 2015 soll der Entwurf bearbeitet und dann endgültig abgestimmt werden. 2016 könnten dann erste Bischöfinnen eingesetzt werden.

Großbritannien | York - 08.07.2013

Neue Chance für anglikanische Bischöfinnen: Die Generalsynode der Kirche von England hat am Montag in York eine Neufassung zur Zulassung von Frauen in das höchste Leitungsamt verabschiedet. Am Montag stimmten 319 Synodenteilnehmer dafür, 84 dagegen; 22 enthielten sich. Bis Juli oder November 2015 soll der Entwurf bearbeitet und dann endgültig abgestimmt werden. 2016 könnten dann erste Bischöfinnen eingesetzt werden.

Im November hatte sich die Synode noch mit knapper Mehrheit gegen eine Zulassung von Bischöfinnen ausgesprochen. Eine Änderung des Kirchenrechts in diesem Punkt hätten alle drei Abteilungen der Synode, die Bischöfe, die Kleriker und die Laien jeweils mit Zweidrittelmehrheit billigen müssen. Bei den Laien fehlten jedoch sechs Stimmen; die Mehrheiten bei Bischöfen und Geistlichen waren deutlich.

Abstimmung möglicherweise noch in dieser Legislaturperiode

Die Geschäftsordnung der Generalsynode verbietet, in einer Legislaturperiode einen Gesetzentwurf erneut zu beraten, der bereits abgelehnt wurde. Dies würde eine Abstimmung über Bischöfinnen vor den Neuwahlen zur Synode im Jahr 2015 verhindern. Ein neu gefasster Entwurf, wie er jetzt auf den Weg gebracht wurde, könnte jedoch noch in dieser Legislaturperiode zur Abstimmung kommen.

Der frühere Öl-Manager und Finanzexperte von Elf Aquitaine, Justin Welby, ist Erzbischof von Canterbury und damit Primas der anglikanischen Staatskirche von England.
Der frühere Öl-Manager und Finanzexperte von Elf Aquitaine, Justin Welby, ist Erzbischof von Canterbury und damit Primas der anglikanischen Staatskirche von England.
 KNA

Ein Drittel des anglikanischen Klerus in England ist inzwischen weiblich. Die Staatskirche hatte sich Anfang der 90er Jahre mit hauchdünner Mehrheit für eine Zulassung von Frauen zum Priesteramt entschieden. Seitdem spaltet die Frage den liberalen und den konservativen Kirchenflügel.

In seiner Eröffnungsrede am Freitag hatte der neue anglikanische Primas, Erzbischof Justin Welby von Canterbury , ein "signifikantes Fehlen von Vertrauen" zwischen bestimmten Gruppierungen innerhalb der Generalsynode beklagt. Die Frage der Zulassung von Bischöfinnen war auch bereits ein Stolperstein für die Amtszeit seines Vorgängers Erzbischof Rowan Williams.

"Weihe zweiter Klasse"

Traditionalistische Pfarreien, die eine Pfarrerin oder Bischöfin ablehnen, sollen zwar künftig grundsätzlich Anspruch auf Seelsorge durch einen männlichen Pfarrer oder Bischof haben. Allerdings soll es keine Diözesen mehr geben, die überhaupt keine weiblichen Geistlichen mehr zulassen. Frauen erhalten damit immer noch nur eine "Weihe zweiter Klasse", meinen Kritiker.

Kritik von der katholischen Kirche erwartet

Die englische Politik und Öffentlichkeit hatten mehrheitlich Grünes Licht für Bischöfinnen erwartet; die Ablehnung vom vergangenen November hatten Protest und Spott ausgelöst. Nach der jüngsten Entscheidung rechnen jedoch Beobachter mit Kritik der orthodoxen Kirchen und der katholischen Kirche.

Die anglikanische Kirche entstand zur Zeit der Reformation in England. König Heinrich VIII. brach 1533 mit dem Papst, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte sich Heinrich VIII. 1534 selbst ein. Einige der 26 anglikanische Kirchenprovinzen, darunter die USA und Kanada, haben bereits vor einigen Jahren Bischöfinnen zugelassen. (KNA)

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