Domsteine sollen vor Terroranschlägen schützen

Nach dem Terror von Barcelona reagieren die Stadt Köln sowie die örtliche Polizei mit sofortigen Sicherheitsmaßnahmen. Das Erzbistum begrüßt das - und leistet "ästhetische Nachbarschaftshilfe".

Erzbistum Köln | Köln - 23.08.2017

Nach den Terroranschlägen von Barcelona sollen künftig mobile Sperren den Kölner Dom und den benachbarten Hauptbahnhof schützen. Das Erzbistum Köln begrüße diese Entscheidung. "Diese Maßnahmen machen das Domumfeld sicherer", sagte Domdechant Robert Kleine am Mittwoch in Köln. Terroristen hätten bei ihren Anschlägen Fahrzeuge als Waffe eingesetzt. "Deshalb ist es richtig, neuralgische Punkte in Köln stärker vor Zufahrten zu schützen."

Am Dienstag hatten sich die Polizei und die Stadt Köln kurzfristig darauf verständigt, an den Zufahrtswegen zur Domplatte und zum Roncalliplatz neben der Kathedrale Barrieren zu errichten, um Fahrzeuganschlägen vorzubeugen. Zudem sollen zusätzlich die bereits bestehenden Sperrpfosten für den Fußgängerbereich rund um Dom und Hauptbahnhof überprüft und wo nötig ergänzt werden. Auslöser war der Terroranschlag in Barcelona vor gut einer Woche, bei dem ein Attentäter 15 Menschen am Steuer eines Vans getötet und weitere 100 verletzt hatte.

Dombauhütte leistet "ästhetische Nachbarschaftshilfe"

Die geplanten Sperren der Stadt rund um den Dom sicherten sein Umfeld und tragen zur Sicherheit der Kölner, der Touristen und aller Dombesucher bei, so Kleine weiter. Die Dombauhütte leiste in der Angelegenheit daher "ästhetische Nachbarschaftshilfe". Für die Sperrungen kämen Domsteine zum Einsatz, die aus den schlanken Nebentürmen – den sogenannten Fialen – stammten. "Sie sollen dafür sorgen, dass sich die Sperrungen ins Domumfeld einfügen und keine optischen Ärgernisse darstellen", betonte der Domdechant.

Seit September 2012 ist Robert Kleine Stadtdechant von Köln. Außerdem ist er Domdechant des Kölner Doms.
 KNA/Jörg Loeffke

Der Dom selbst trägt laut Kleine schon seit geraumer Zeit mit einem veränderten Sicherheitskonzept der "abstrakt hohen Gefährdungslage" Rechnung. "Eine konkrete Gefährdung gibt es nach wie vor nicht", bekräftigt er. Aus diesem Grund halte man an den bisherigen Maßnahmen fest, die bereits im März in Kraft getreten sind. Seitdem besteht im Kölner Dom ein striktes Verbot für große Koffer, Reisetaschen, Wanderrucksäcke sowie eigene Sitzgelegenheiten wie Klappstühle. Handgepäck wie Handtaschen, kleine Rucksäcke und kleine Rollkoffer sind dagegen weiter erlaubt.

Eine weitere Sicherheitsvorkehrung sei die "Präsenz unserer Schweizer und Sicherheitskräfte vor den Domportalen", so Kleine. Weitere Details zum Sicherheitskonzept der Kathedrale wollte der Domdechant jedoch nicht nennen. "Ein Sicherheitskonzept, das man vollständig öffentlich macht, verwirkt sich." (bod)

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