Ein neuer Schritt auf einem langen Weg

Hätten der Vatikan und Palästina eine eigene Facebook-Seite, hätte der vatikanische Internet-Administrator unmittelbar nach der Sitzung der UN-Vollversammlung am Donnerstagabend den "Gefällt mir"-Knopf gedrückt. Denn in einer Mitteilung, die das Staatssekretariat kurz nach der Entscheidung veröffentlichte, begrüßte der Vatikan ausdrücklich, dass die UN-Vollversammlung Palästina aufgewertet hat, indem es ihm den Beobachterstatus zuerkannt hat.

Vereinte Nationen | Vatikanstadt - 01.12.2012

Hätten der Vatikan und Palästina eine eigene Facebook-Seite, hätte der vatikanische Internet-Administrator unmittelbar nach der Sitzung der UN-Vollversammlung am Donnerstagabend den "Gefällt mir"-Knopf gedrückt. Denn in einer Mitteilung, die das Staatssekretariat kurz nach der Entscheidung veröffentlichte, begrüßte der Vatikan ausdrücklich, dass die UN-Vollversammlung Palästina aufgewertet hat, indem es ihm den Beobachterstatus zuerkannt hat.

In dem Text heißt es: "Das Votum vom 29. November drückt die Gefühle einer Mehrheit der Mitglieder der internationalen Gemeinschaft aus." Die Mehrheit war letztlich deutlich: 138 von 193 UN Mitgliedern stimmten für den neuen Status, 41 Staaten enthielten sich und nur neun Staaten stimmten dagegen. Damit haben Palästinenser das Recht in Ausschüssen mitzuarbeiten und im Plenum zu reden – abstimmen dürfen sie hingegen nicht. Als Beobachter können sie jedoch beim Internationalen Strafgerichtshof klagen.

Auch der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, äußerte sich inzwischen "dankbar und glücklich" über die Entscheidung. "Endlich haben die internationale Staatengemeinschaft und die Staatschefs den Mut gehabt, sich nicht von ausgeübtem Druck beeinflussen zu lassen, sondern sich ohne Kalkül nach eigenem Gewissen zu entscheiden", sagte Twal am Freitag dem vatikanischen Pressedienst Fides. "Es ist eine Freude, die ich mit den Palästinensern, Christen wie Muslimen, teile."

Der Vatikan ermahnte Palästina allerdings, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen: Das erreichte stelle noch keine Hinreichende Lösung für die Probleme in der Region dar.

Vatikan steht zur Zwei-Staaten-Lösung

Ausdrücklich erinnert der Vatikan in diesem Zusammenhang an seinen Grundlagenvertrag mit der Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) vom 15. Februar 2000. Dieser verlangt ein international überwachtes Statut für Jerusalem, das Religions- und Gewissensfreiheit garantiert, dem besonderen Charakter Jerusalems als Heiliger Stadt Rechnung trägt und den Zugang zu den Heiligen Stätten sichert. Der Vatikan habe sich wiederholt für eine Zwei-Staaten-Lösung in der Region ausgesprochen, betont das Staatssekretariat. Dabei habe er aber auch das Recht des Staates Israels auf ein Leben in Sicherheit innerhalb international anerkannter Grenzen bekräftigt. Zugleich habe der Vatikan das Recht des palästinensischen Volkes auf ein unabhängiges und souveränes Heimatland und auf ein Leben in Würde und mit freien Reisemöglichkeiten verlangt.

Israel wertete die Aufwertung Palästinas als Rückschlag im Rückschritt auf dem Weg zu einer Lösung für Region. (mir - mit Radio Vatikan und KNA)

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