"Eine kommunikative Dynamik"

Ein Bischof geht online. Genauer gesagt in den Chat. Auf www.dialog-prozess.de stellt sich der Hildesheimer Oberhirte und stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Norbert Trelle, am heutigen Donnerstag von 20 bis 22 Uhr Fragen zum Dialogprozess, dem "Jahr des Glaubens" und der Kirche im Allgemeinen. Im Interview mit katholisch.de spricht Trelle über Vorteile und mögliche Grenzen dieser Form der Kommunikation.

Interview | Hildesheim - 11.10.2012

Ein Bischof geht online. Genauer gesagt in den Chat. Auf www.dialog-prozess.de stellt sich der Hildesheimer Oberhirte und stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Norbert Trelle, am heutigen Donnerstag von 20 bis 22 Uhr Fragen zum Dialogprozess, dem "Jahr des Glaubens" und der Kirche im Allgemeinen. Im Interview mit katholisch.de spricht Trelle über Vorteile und mögliche Grenzen dieser Form der Kommunikation.

Frage: Herr Bischof, wie kamen Sie auf die Idee, sich den Fragen der Gläubigen in einem Chat zu stellen?

Trelle: Die interaktiven Medien wie das Internet und die sozialen Netzwerke werden immer wichtiger, auch für die Kirchen. Es lag daher nahe, zum „Jahr des Glaubens“ und den Themen des Dialogprozesses auch einmal einen Chat auszuprobieren. Übrigens machen wir dies nicht zum ersten Mal. Schon mein Vorgänger Josef Homeyer hat vor einigen Jahren gechattet – was damals guten Zuspruch fand.

Frage: Mit welchen Gefühlen und Erwartungen gehen Sie in diese für einen Bischof vielleicht nicht alltägliche Form der Kommunikation?

Trelle: Im Chat ist die Kommunikation sehr viel unmittelbarer als über andere Medien wie etwa unsere Homepage oder die Kirchenzeitung. Im Grunde ähnelt ein Chat eher dem direkten Gespräch, ohne dass man allerdings sein Gegenüber sieht: eine Herausforderung, der ich mit großer Spannung entgegen sehe.

Frage: Denken Sie, dass man in einem Chat angemessen auf tiefgehende und schwierige Fragen zu Glauben und Kirche reagieren kann?

Trelle: Das muss sich zeigen. Einerseits chattet man quasi öffentlich und kann seinem Chatpartner nicht in die Augen sehen, andererseits ist das chatten eine sehr direkte Form der Kommunikation mit Rede und direkter Gegenrede, woraus sich eine eigene kommunikative Dynamik entwickeln kann. Ob diese ganz besondere Art der Interaktion für schwierige Fragen eher förderlich oder hinderlich ist, muss man ausprobieren. Am Donnerstagabend weiß ich mehr!

Frage: Chatten Sie eigentlich öfter?

Trelle: Auch wenn ich durchaus geübt bin im Umgang mit dem Internet, so bevorzuge ich als Seelsorger doch noch immer das klassische Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

Das Interview führte Christoph Meurer

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