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Einmal Unterscheiben, bitte!

Oben auf der Homepage prangt ein großes Rechteck, das längs in leuchtende bunte Streifen geteilt ist: Auf blauem Hintergrund ist ganz links eine rote Eizelle zu sehen, die sich gerade geteilt hat, hin zur Mitte folgen in verschiedenen Farbkombinationen die Entwicklungsstufen des Embryos, dann spielt ein hellblau gezeichnetes Kind vor orangenem Hintergrund.

Lebensschutz | Bonn - 09.07.2013

Oben auf der Homepage prangt ein großes Rechteck, das längs in leuchtende bunte Streifen geteilt ist: Auf blauem Hintergrund ist ganz links eine rote Eizelle zu sehen, die sich gerade geteilt hat, hin zur Mitte folgen in verschiedenen Farbkombinationen die Entwicklungsstufen des Embryos, dann spielt ein hellblau gezeichnetes Kind vor orangenem Hintergrund.

Ganz rechts steht schließlich in tiefblauer Silhouette vor rotem Untergrund der ausgewachsene Mensch. Alle Zeichnungen des Banners auf www.1-von-uns.de haben das gleiche Anliegen: Das Leben zu schützen, und zwar von Anfang an.

Die beschriebene Homepage gehört zur Europäischen Bürgerinitiative "Einer von uns", die sich im Jahr 2012 gegründet hat. Sie will mit einem Bürgerbegehren auf EU-Ebene erreichen, dass in Europa kein Geld mehr für Maßnahmen ausgegeben wird, bei denen Embryonen zerstört werden können. "Unterschreibt!" – so lautet die unmissverständliche Aufforderung.

Zwei Päpste unter den Unterstützern

Die Liste der prominenten Unterstützer der Initiative kann sich sehen lassen: Der emeritierte Papst Benedikt XVI gehört genauso dazu wie Papst Franziskus und mehrere deutsche Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Es sind inzwischen 727.866 Unterschriften zusammengekommen, davon 27.000 aus Deutschland.

Ein buntes Rechteck mit der Aufschrift: "Stoppt EU-Gelder für Embryonen-Versuche und Klonen"
Screenshot der Homepage www.1-von-uns.de
 Europäische Bürgerinitiative "Einer von uns"

Am Dienstag haben nun in Berlin gleich mehrere Politiker ihre Unterstützung zugesagt: Dazu gehört auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU). "Der Embryo wird nicht zum Menschen, sondern entwickelt sich als Mensch", erklärte der CDU-Politiker, warum er die Aktion unterstützt. Auch der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Peter Liese (CDU) ist dabei: "Wenn eine Technik aus Gründen des Schutzes der Menschenwürde nicht patentiert werden darf, dann sollte die EU diese Technik auch nicht aus Steuermitteln fördern", so Liese. Auch der ehemalige SPD-Abgeordnete und Ehrenvorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Robert Antretter, mahnte, die Würde des Menschen in allen Lebensphasen zu schützen und zu achten.

Die Definition vom Embryo

Mit ihren Kommentaren spielen die Politiker auf die Entstehungsgeschichte der Initiative an: "Einer von uns" beruft sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom November 2011. Damals hatten die Richter in einem Verfahren von Greenpeace gegen den Bonner Stammzellforscher Oliver Brüstle entschieden, dass die Forschung mit menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen nicht patentierbar sei.

In der Urteilsbegründung verwiesen sie auf die Menschenwürde des Embryos. "Die Richter haben erstmals definiert: Ein Embryo entsteht im Moment der Befruchtung der Eizelle – und nicht irgendwann später", erklärt Hedwig von Beverfoerde, die Nationale Koordinatorin der Initiative für Deutschland.

Eine Million Unterschriften sind gefordert

Aus dieser Definition ergeben sich für die Lebensschützer weitreichende Folgen für das gesamte EU-Recht: "Das muss auf europäischer Ebene vor allem für die embryonale Stammzellforschung Konsequenzen haben, bei der Embryos getötet werden", fordert Beverfoerde. Das gleiche betreffe das Klonen von Menschen oder Entwicklungshilfeprogramme, die ausdrücklich die Abtreibung als Mittel der Familienplanung einbeziehen.

Die Möglichkeit von Bürgerbegehren gibt es in der Europäischen Union seit dem Vertrag von Lissabon (2009). Wenn europaweit bis zum 1. November diesen Jahres eine Million Unterschriften zusammenkommen, dann muss sich die Europäische Kommission mit dem Begehren beschäftigen. Für Deutschland bedeutet das eine Zielmarke von 75.000 Unterschriften.

Von Gabriele Höfling (mit Material von KNA)

Hinweis: Wer die Bürgerinitiative unterstützen will, kann das auf der Homepage der Initiative tun: Zur Unterschriftensammlung

Mehr Informationen

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