Ermittlungen gegen Priester wegen Kinderpornografie

Die Staatsanwaltschaft Halle hat Ermittlungen gegen einen Priester des Bistums Magdeburg aufgenommen. Dem Geistlichen wird vorgeworfen, im Besitz von Kinderpornografie gewesen zu sein. Hinweise hatten die Behörden vom FBI erhalten.

Bistum Magdeburg | Bonn - 13.04.2016

Gegen einen Priester des Bistums Magdeburg wird wegen des Besitzes kinderpornografischer Dateien ermittelt. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" am Dienstag meldete, reagiere die Staatsanwaltschaft damit auf einen Hinweis der US-Bundespolizei. Der Priester wurde bis auf weiteres beurlaubt, teilte das Bistum am Mittwoch mit.

"Wir wissen, dass ermittelt wird und dass die Staatsanwaltschaft vor Ort war", sagte Bistumssprecher Thomas Lazar gegenüber katholisch.de. Weitere Details zu den Vorwürfen gegen den Priester einer Merseburger Pfarrei seien der Diözese bislang nicht bekannt. Bischof Gerhard Feige habe den Geistlichen vorübergehend beurlaubt und ihn seiner seelsorglichen Rechte und Pflichten entbunden. Er dürfe sich gegenwärtig auch nicht in der Pfarrei aufhalten, teilte Lazar mit.

Hinweise kamen vom FBI

Im Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" hieß es, die Staatsanwaltschaft Halle habe nach einem Hinweis der amerikanischen Bundespolizei FBI mit den Ermittlungen begonnen. Laut einem Sprecher der Behörde würde der Priester verdächtigt, Dateien mit kinderpornografischem Inhalt erworben und besessen zu haben. Bereits am 5. April habe es eine Hausdurchsuchung im Pfarrhaus gegeben, bei der auch Datenträger zur Untersuchung beschlagnahmt wurden. Der Beschuldigte sei jedoch nicht in Haft genommen worden.

Da der beschuldigte Priester nicht leitender Pfarrer der Merseburger Pfarrei sei, seien laut Lazar vorerst keine Schritte geplant, ihn zu ersetzen. Die Gemeinde sei im Auftrag des bischöflichen Ordinariats durch den Pfarrer über die Ermittlungen informiert worden. Da dem Bistum am Mittwochmittag noch keine weiteren Informationen zum Sachstand vorlagen, würde man auch vorerst keine weiteren Schritte unternehmen. Die zuständigen Stellen für Fälle sexuellen Missbrauchs des Bistums seien über den Fall informiert. (kim)

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