"Ernst gemeinter Prozess"

In einem halben Jahr ist es soweit: Am 13. Dezember startet die vom Trierer Bischof Stephan Ackermann ausgerufene Diözesansynode. Die bislang letzte in einem deutschen Bistum liegt 23 Jahre zurück, die letzte im Bistum Trier mehr als ein halbes Jahrhundert. Es gelte, sich neu darüber auszutauschen, "was uns als Christen bewegt und was uns trägt", sagte Ackermann am Donnerstag vor Journalisten in der Moselstadt.

Bistum Trier | Trier - 14.06.2013

In einem halben Jahr ist es soweit: Am 13. Dezember startet die vom Trierer Bischof Stephan Ackermann ausgerufene Diözesansynode. Die bislang letzte in einem deutschen Bistum liegt 23 Jahre zurück, die letzte im Bistum Trier mehr als ein halbes Jahrhundert. Es gelte, sich neu darüber auszutauschen, "was uns als Christen bewegt und was uns trägt", sagte Ackermann am Donnerstag vor Journalisten in der Moselstadt.

Mit Blick auf die Synode erinnerte der Bischof zuletzt wiederholt an die Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt vor wenig mehr als einem Jahr: Die Wallfahrt sei für viele zu einem Zeichen dafür geworden, wie man sich Kirche wünsche - als eine Kirche nämlich, die einladend, offen und respektvoll sei, die verschiedene Sprachen, soziale Milieus und Generationen zusammenführe. Ergo: "Wir müssen noch entschiedener Kirche für die Menschen sein", so der Bischof. Die Synode zielt nach seinen Worten daher auch darauf, zeitgemäße Formen des Christseins zu finden und einen Weg, die "Größe der Botschaft" des Evangeliums neu spürbar zu machen.

Die Trierer Synode wird sich mit mehreren Vollversammlungen und begleitenden Veranstaltungen über zwei Jahre erstrecken und rund 260 Mitglieder zählen. Gemäß dem Kirchenrecht ist eine Diözesansynode eine Versammlung von Klerikern und Laien eines Bistums, die den Bischof im Hinblick auf von ihm vorgelegte kirchliche Themen berät.

Nur der Diözesanbischof kann sie einberufen, nur er kann etwaige Beschlüsse in Kraft setzen. Grundsätzlich nicht zuständig ist die Versammlung für Fragen, deren Beantwortung höchsten kirchlichen Autoritäten vorbehalten ist. Das gilt etwa für die Frage nach einer Zulassung von Frauen zum Priesteramt oder für die nach einer Abschaffung der Zölibatspflicht für Priester.

Richtungsentscheidungen für den Weg des Bistums

Ackermann geht es mit der Synode nach eigenem Bekunden um einen "ernst gemeinten Gesprächsprozess", um "Richtungsentscheidungen" für den Weg seines Bistums in den nächsten Jahrzehnten, um eine "Überprüfung der vorgegebenen Strukturen" und um ein "erneuertes Miteinander".

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann
 KNA

Eine von Ackermann eingerichtete Kommission zur Vorbereitung der Synode hat unter anderem die Aufgabe, Themenvorschläge zu erstellen. Sie hat kürzlich vier Themenblöcke benannt, die es nun mit Inhalten zu füllen gilt: "Kirche in der Welt von heute", "Glauben leben und lernen", "Den Glauben feiern in Gottesdienst und Gebet" und "Die Gaben im Volk Gottes entdecken und fördern".

Der Vorbereitungskommission gehören neben dem Bischof und Generalvikar Georg Bätzing Vertreter der verschiedensten Gruppen aus dem gesamten Bistum an. Einer von ihnen ist der Vorsitzende des Katholikenrats, Manfred Thesing. Er hegt "hohe Erwartungen" an die Synode, hofft auf verbindliche Beschlüsse.

Themen, die die Menschen bewegen

Oder Anja Peters, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum. Sie wünscht sich von der Synode, "dass wir die Themen diskutieren, die die Menschen in unserem Bistum bewegen". Oder Synoden-Sekretär Christian Heckmann. Er wirbt dafür, "dass wir diejenigen nicht vergessen, die kirchlichen Angeboten eher fernstehen".

Seit einiger Zeit schon hat die Trierer Synode einen eigenen Internetauftritt und auch ein Logo: Es zeigt in abstrahierter Form drei Kreuze. Und ein Synodengebet gibt es auch. "Herr Jesus Christus, Heiland und Erlöser", heißt es da, "lass die Synode eine Versammlung des offenen Wortes und des geschwisterlichen Miteinanders sein".

Bischof Ackermann wünscht sich denn auch, dass "Klartext" geredet wird. Tabus, sagt er, gebe es nicht. Er betont aber auch, um eine "Frustveranstaltung" zu vermeiden, müsse klar sein, was Sache der Synode sei - und was nicht.

Von Peter de Groot (KNA)

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