Eterovic warnt vor Gefährdung des ungeborenen Lebens

Seit 70 Jahren sind die Menschenrechte allgemein festgeschrieben - doch weiterhin gefährdet. Nuntius Nicola Eterovic warnt besonders vor einer Gefahr für das ungeborene Leben. Dazu zitiert er den Papst.

Menschenrechte | Berlin - 13.03.2018

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, hat die Achtung des Rechts auf Leben, Freiheit und Unantastbarkeit der Person angemahnt. Mit Blick auf das 70-Jahr-Jubiläum der Allgemeinen Menschenrechtserklärung hob er am Dienstagabend in Berlin hervor, dass besonders das ungeborene Leben gefährdet sei. Die ungeborenen Kinder seien manchmal unerwünscht, "nur weil sie krank oder missgebildet sind oder aufgrund des Egoismus der Erwachsenen", zitierte Eterovic Papst Franziskus.

Der Erzbischof äußerte sich bei einem Empfang zum fünften Jahrestag der Wahl des Papstes. Dazu kamen zahlreiche Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft in die Vertretung des Heiligen Stuhls nach Berlin-Neukölln. Vor ihnen sprach sich Eterovic auch für eine Stärkung der Familie aus. Sie sei "der natürliche und grundlegende Kern der Gesellschaft", und habe das Recht, von Staat und Gesellschaft geschützt zu werden.

Der Papst beklage diesbezüglich, dass "die Familie besonders im Westen als eine veraltete Institution betrachtet wird. Der Stabilität eines endgültigen Projektes zieht man heute flüchtige Bindungen vor". Franziskus verweise jedoch darauf, dass sich die Familie auf die Verbindung von Mann und Frau gründe, die auf Nachkommenschaft hin offen sei.

Nuntius dankt im Namen des Papstes für Flüchtlingshilfe

Eterovic erinnerte an die Frauen, die Gewalt und Unterdrückung auch in der eigenen Familie erleiden müssten, sowie an die Opfer des Menschenhandels, unter dem besonders Flüchtlinge litten. Mit Blick auf Migranten warb er für die vom Papst gegebenen "Handlungsstrategien" mit den Stichworten "aufnehmen, schützen, fördern und integrieren". Man dürfe nicht vergessen, dass die meisten Migranten lieber in ihrer Heimat bleiben wollten. Sie seien jedoch "aufgrund von Diskriminierung, Verfolgung, Armut und Umweltzerstörung gezwungen, ihre Land zu verlassen". Der Nuntius dankte im Namen des Papstes allen Nationen, die sich bemüht hätten, Flüchtlinge aufzunehmen, darunter auch Deutschland.

Mit Blick auf die zahlreichen Konflikte weltweit zitierte Eterovic die Aussage des Papstes von "Dritten Weltkrieg", der "stückweise" geführt werde. Dies geschehe im Mittleren Osten, vor allem in Syrien, dem Irak und Jemen. Der Nuntius forderte eine Beendigung des Rüstungswettlaufs. Der Heilige Stuhl bekräftige die Überzeugung, "dass die Streitigkeiten, die unter Umständen zwischen den Völkern entstehen, nicht durch Waffengewalt, sondern durch Verträge und Verhandlungen beizulegen sind". (KNA)

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