Festlegung bei Eucharistie für Wiederverheiratete

Das Bistum Regensburg legt die Bedingungen für die Euchastieteilnahme von Wiederverheirateten fest. Dazu hat Bischof Rudolf Voderholzer nun eine Handreichung herausgegeben. Diese soll in der Praxis helfen.

Wiederverheiratete | Bonn - 13.03.2017

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat die Bedingungen für den Kommunionempfang wiederverheirateter Geschiedener in seiner Diözese festgelegt. Dazu sei "das Gespräch mit einem Seelsorger unabdingbar", heißt es in einer am Montag veröffentlichten Handreichung. Die Kirche dürfe dabei in allen nötigen Unterscheidungen weder übermäßig streng zu den Betroffenen sein, noch ihnen mühsamer und schwieriger zu lebende Wege vorenthalten.

Eine große Aufgabe besteht laut Voderholzer in der Gewissensbildung. Denn das Gewissen laufe immer wieder Gefahr, "irrig zu werden oder gar in Willkür zu fallen". Es müsse sich daher am Evangelium und an der Verkündigung der Kirche ausrichten, um so in der jeweiligen Lebenssituation zum rechten Urteil zu kommen. Wenn ein Seelsorger jedoch Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Kommunionempfangs habe, dürfe der Gläubige dennoch nicht abgewiesen werden. Stattdessen solle man auf die Betroffenen zugehen und mit ihnen gemeinsam nach Lösungen und Hilfen suchen. Denn es sei auch "Teil der kirchlichen Lehre, dass auch ein objektiv irriges Gewissen nicht seine Würde verliert und respektiert werden muss".

Eheannullierung möglich

Zuvor verweist Voderholzer jedoch auf die Möglichkeiten einer Eheannullierung, die der Papst vor kurzem vereinfacht und beschleunigt habe. Man könne jedoch auch unabhängig von einem kirchenrechtlichen Verfahren im Gespräch zwischen Seelsorger und Betroffenem zur moralischen Gewissheit der Nichtigkeit einer Ehe gelangen. Hier könne der Bischof oder Priester, "denen von Christus die Binde- und Lösegewalt innerhalb des Bußsakramentes anvertraut worden ist, die Erlaubnis zum Kommunionempfang verantworten", zitiert der Regensburger Bischof seinen Vorgänger Gerhard Ludwig Müller. Die Gespräche über eine mögliche Ungültigkeit erforderten jedoch ein gereiftes Gewissen und ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Wertschätzung gegenüber den Betroffenen.

"Wenn die Ehe jedoch nach all diesen Einschätzungen gültig geschlossen wurde, besteht nach dem Wort Jesu (Mt 19,6) diese Ehe vor Gott fort", so Voderholzer. Dann könnten Wiederverheiratete nur dann zu den Sakramenten zugelassen werden, wenn beide bereit seien, "wie Geschwister" enthaltsam zu leben, und dadurch indirekt das erste Eheband zu achten. Der Seelsorger, der im vertraulichen Gespräch die Betroffenen begleite, solle diese Möglichkeit nicht verschweigen.

Verzicht auf Eucharistieempfang

Vorderholzer weist aber auch auf die Vorzüge des Verzichts auf den Eucharistieempfang hin. Gott biete jedem Menschen viele Möglichkeiten der Begegnung und der Stärkung an, "im persönlichen und gemeinsamen Gebet, in der Mitfeier der vielfältigen Liturgie- und Andachtsformen". Auch wer die Eucharistie innerlich und mit gläubigem Herzen mitfeiere, "wird reich beschenkt mit der Gemeinschaft ('Kommunion') Gottes, auch wenn er nicht die Kommunion im Sakrament empfängt", schreibt der Bischof. Ein schöner Brauch sei es etwa, bei der Kommunion nach vorne zu gehen und durch ein Zeichen – etwa durch gekreuzte Arme vor der Brust – um den Segen zu bitten.

Voderholzer ist erst der zweite deutsche Bischof, der nach der Veröffentlichung von "Amoris laetitia" eine konkrete Handlungsanweisung für die Seelsorger seiner Diözese veröffentlicht. Zuvor hatte sich bereits der Passauer Oberhirte Stefan Oster an die Priester seines Bistums gewandt. Die deutschen Bischöfe hatten zudem vor einigen Wochen einige allgemeine Erläuterungen zur Bedeutung von "Amoris laetitia" gegeben. (bod)

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