"Ganz normal katholisch"

Franziskus begeistert: Seien es die volksnahen Auftritte , die Absage an barocken Prunk oder die Aufrufe zur Solidarität mit den Armen, Schwachen und Ausgestoßenen. Schon werden Stimmen laut, die den ehemaligen Erzbischof von Buenos Aires als großen Erneuerer sehen. Ob der Papst als Revolutionär in die Geschichte eingehen wird, bleibt abzuwarten.

Kirche | Augsburg/Bonn - 23.03.2013

Franziskus begeistert: Seien es die volksnahen Auftritte , die Absage an barocken Prunk oder die Aufrufe zur Solidarität mit den Armen, Schwachen und Ausgestoßenen. Schon werden Stimmen laut, die den ehemaligen Erzbischof von Buenos Aires als großen Erneuerer sehen. Ob der Papst als Revolutionär in die Geschichte eingehen wird, bleibt abzuwarten.

Für einen 44-jährigen Augsburger hat der 76-jährige Argentinier jedenfalls das Potenzial, eine ganze Generation von Gläubigen zu prägen. Wenige Tage nach der Amtseinführung des Papstes hat Peter Hummel die Facebook-Gruppe "Generation Franziskus" gegründet. "Mit Papst Franziskus hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Für die Kirche und für die Welt", steht dort als Erklärung. Und weiter: "Er ist ein Papst der Demut, der Einfachheit, des Gebetes. Ihn wollen wir unterstützen, von ihm wollen wir lernen."

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Sarah Schortemeyer war für katholisch.de in Rom. Sie erzählt vom Konklave und ihren Erlebnissen mit dem neuen Papst.
 katholisch.de

Beim Spazierengehen, so berichtet der Journalist und Katholik Hummel gegenüber katholisch.de, sei ihm die Idee gekommen. Er ist von Franziskus fasziniert – von einem Mann, "der so menschlich wirkt, so mit sich zufrieden, so nah an den Leuten, der genau in unsere Zeit passt", wie er sagt. Der Papst vermittle den Gläubigen "ein ganz neues Bewusstsein." Er zeige, wie befreiend das Gebet ist, wie entscheidend die Barmherzigkeit.

"Generation Franziskus". Der Name lässt an die " Generation Benedikt " denken. Das Netzwerk junger Christen gründete sich als Resonanz auf Papst Benedikts Besuch beim Weltjugendtag 2005 in Köln. Dem Selbstverständnis zufolge will die Gruppe "die Begeisterung von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen für den katholischen Glauben in angemessener Weise" zum Ausdruck bringen.

Ist die "Generation Benedikt" am Ende?

Doch: Ist mit dem Rücktritt des deutschen Papstes auch das Ende der "Generation Benedikt" gekommen? "Nein", sagt Sprecher Nils Sönksen. Wohl aber bedeute es eine Zäsur. Es sei aber weiterhin wichtig, "die Jugend der Kirche zu erhalten, Kirchlichkeit authentisch unter jungen Menschen zu leben, den Glauben für junge Menschen ohne Kirchenerfahrung erfahrbar zu machen".

Zurzeit berieten die Mitglieder, unter welchem Namen und in welcher Form das gesehen könne. Ungeachtet dessen stehe Benedikt für eine Haltung, "die jungen Menschen Antworten auf ihre Lebensfragen vermittelt".

Gründer der Generation Franziskus: Peter Hummel.
Gründer der Generation Franziskus: Peter Hummel.
 privat

Als Nachfolger oder Ablösung der "Generation Benedikt" sieht Peter Hummel seine "Generation Franziskus" nicht. "Die Generation Benedikt, die zu ihrer Zeit sicher gute Impulse gesetzt hat, war meiner Wahrnehmung nach eher auf die Person des Papstes und seine Lehre fixiert", findet der Augsburger.

Seine Initiative sehe er als einen "Inbegriff für ein positives katholisches Lebensgefühl". Wenn es ein Wort dafür gebe, dann sei es allenfalls "Christustreue". Man sei "ganz normal katholisch", ohne Lagerdenken oder Teilnahme an einem "Kirchenkampf".

Unterstützen und beten

Völlig unpolitisch soll es dann allerdings auch nicht sein. Hummel geht davon aus, dass dem Papst bald ein kalter Wind entgegen wehen wird. "Vor allem von der kleinen, aber lauten Gruppe der Traditionalisten, die immer schon glaubten, mit einem glitzernden Heiligenschein gesegnet zu sein und anderen sagen zu müssen, was rechtgläubig ist und was nicht", führt er aus.

Die "Generation Franziskus" wolle den Papst unterstützen. Und für ihn beten, "dass er die Kraft hat, sich mit seiner demütigen Art, seinem Charme und seiner Weitsicht gegen Meckerer und Bedenkenträger zu behaupten", sagt Hummel. "Auch gegen jene, die finden, dass ein Papst Mützen mit Hermelin-Pelz tragen muss. Und gegen so manche verbitterte Eiferer, die nicht wahrhaben, dass unsere Kirche nicht umhin kommt, von den jungen, aufstrebenden Gemeinden in Asien, Afrika und Lateinamerika viel mehr zu lernen."

So jung wie das Pontifikat, so zart ist noch das Pflänzchen "Generation Franziskus". Laut Hummel seien zurzeit zehn Leute in ihr aktiv, die Facebook-Gruppe hat – Stand Freitagmittag – 75 Fans. Was noch passieren werde, müsse sich zeigen. Nach Hummels Aussage hätten Verlage bereits wegen eines Buchprojektes angefragt. Allerdings vertraue man für die Zukunft der Initiative ganz dem Heiligen Geist. "Wir müssen darauf gefasst sein, dass Ungewöhnliches passiert", sagt Hummel. Und dafür hat die "Generation Franziskus" bisher genau das richtige Vorbild.

Von Christoph Meurer

Hinweis: Hier geht es zur Facebook-Gruppe der Generation Franziskus sowie zum Internetauftritt der Generation Benedikt .

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