Gefragtes Programm

Religiöse Themen als Quotenhit? Was angesichts der großen Zahl von Kirchenaustritten und einer zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft zunächst abwegig klingt, entspricht nach Auskunft von Uwe Bork, Redaktionsleiter von "Religion, Kirche und Gesellschaft" im SWR, durchaus den Realitäten.

Medien | Bonn - 22.11.2012

Religiöse Themen als Quotenhit? Was angesichts der großen Zahl von Kirchenaustritten und einer zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft zunächst abwegig klingt, entspricht nach Auskunft von Uwe Bork, Redaktionsleiter von "Religion, Kirche und Gesellschaft" im SWR, durchaus den Realitäten.

Glaubensthemen von Papst bis Kirche hätten im Fernsehen weiterhin ihren festen Platz und könnten dort sogar erfolgreich sein, sagte Bork am Dienstag in der Sendung "katholisch.de – Das Magazin".

"Wir haben durchaus Erfolg, unsere Marktanteile auf dem ARD-Platz gehen erfreulicherweise nach oben", so Bork. In absoluten Zahlen erreiche man mit religiösen Themen regelmäßig rund 1,5 Millionen Zuschauer. So vielfältig wie die Gesellschaft seien allerdings auch die Reaktionen der Zuschauer. Die Bandbreite der Kommentare reiche von überschwänglichem Lob bis hin zu heftiger Kritik.

Geschichten nah am Menschen

Ein Erfolgsgeheimnis, wie Religion im Fernsehen präsentiert werden muss, um die Zuschauer zu fesseln, hatte der Redaktionsleiter gegenüber katholisch.de nicht parat. Wichtig sei aber, dass religiöse Themen die Menschen unmittelbar beträfen. In ihren Beiträgen zeige die SWR-Redaktion "Geschichten von Menschen, die Probleme haben, die unsere Zuschauer auch haben könnten", so Bork. Oft seien dies traurige und dramatische Geschichten von Tod und Krankheit; allerdings wolle man nicht "die traurige Sendung am Sonntagnachmittag" sein.

Ein Problem sind für Bork die Sendezeiten kirchlicher Formate: Interessante Dokumentationen, wie etwa der Film "Der Katakombenpakt" über ein Armutsgelöbnis mehrerer Bischöfe während des Zweiten Vatikanischen Konzils, schafften es oft nur am späten Abend ins Programm. "Es gibt in der ARD nicht nur geschwisterliche Liebe, sondern auch eine harte Konkurrenz um Sendeplätze. Und da sind die Religionsredaktionen nicht am längsten Hebel", so der 61-Jährige. Er empfiehlt, solche Beiträge im Internet nachzuschauen. "Fast all unsere Sendungen werden in die Mediathek gestellt und können zeitunabhängig angeschaut werden". (luk/stz)

Hinweis: "Der Katakombenpakt - Das geheime Vermächtnis des Konzils", Film von Bernd Seidl und Wolfgang Rommel. ARD, Mo 26.11., 23.30 - 0.15 Uhr. Mit Untertiteln für Hörgeschädigte.

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