Glück hofft auf "praktische Folgen" von Synode

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, erwartet sich praktische Folgen von der Bischofssynode. Er hoffe, "dass sie Türen öffnet für regional unterschiedliche Wege in der Seelsorge", so Glück.

Familiensynode | München - 07.09.2015

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, erwartet sich praktische Folgen von der am 4. Oktober in Rom beginnenden Bischofssynode zu Familienfragen. Er hoffe, "dass sie Türen öffnet für regional unterschiedliche Wege in der Seelsorge", sagte Glück am Montag vor Journalisten in München.

In Deutschland sollte anschließend "der Weg frei" sein, um das umzusetzen, was die deutschen Bischöfe mit großer Mehrheit zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen beschlossen hätten. Die Synode müsse sich zugleich der Frage stellen, wie viel Vielfalt sie in der katholischen Kirche ermögliche, ohne die gemeinsame Identität zu gefährden, gab Glück mit Blick auf die evangelischen Kirchen zu bedenken. Für diese sei es inzwischen sehr schwierig, noch mit einer Stimme zu sprechen.

Katholiken, die nach einer Scheidung erneut zivil geheiratet haben, ist bisher der Kommunionempfang nicht erlaubt. Die Mehrheit der deutschen Bischöfe und auch der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper treten für Änderungen ein, die nach einer Einzelfallprüfung in engen Grenzen eine Abweichung von dieser Norm ermöglichen würden.

Keine Einigkeit beim Thema Homosexualität erwartet

Keine Chance gibt Glück der Synode bei einer Verständigung über das Streitthema Homosexualität. Dies sei ihm in den vergangenen Wochen klar geworden, sagte er. Angesicht der "extrem unterschiedlichen kulturellen Prägungen" werde es in Rom bei diesem Thema "sicher keine Klärung in unserem Sinne" geben.

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Vom 4. bis 25. Oktober 2015 tritt die XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode unter dem Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" in Rom zusammen. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zur Synode.

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Die ZdK-Vollversammlung hatte sich im Mai einstimmig für einen anderen kirchlichen Umgang mit gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften ausgesprochen und dabei unter anderem dafür votiert, diese Verbindungen auch zu segnen. Mehrere deutsche Bischöfe, darunter auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx, erteilten diesem Vorschlag eine scharfe Absage.

Es bleibt "definitiv" beim Rücktritt

Sein Amt als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken will Glück "definitiv" am 22. November abgeben. Sein Rücktritt sei "nicht verhandelbar", sagte er. Glück hatte bereits bei seiner Wiederwahl vor zwei Jahren erklärt, er stehe nur noch für eine halbe Amtszeit zur Verfügung.

Der frühere CSU-Spitzenpolitiker erinnerte an die "massive Krise" der Kirche vor seiner Wahl zum ZdK-Präsidenten vor sechs Jahren. Damals habe es in der katholischen Kirche "Kräfte" gegeben, "die unsere Struktur bewusst ruinieren und an die Wand fahren wollten". Glück gehört dem ZdK seit 1984 an. Nach seinen Angaben war ihm bereits vor 2009 zweimal aus dem Gremium heraus das Präsidentenamt angetragen worden. Beide Male habe er abgelehnt. (kim/KNA)

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