Gott und das Kirchenvolk

Zum traditionellen Liborifest in Paderborn hat Erzbischof Hans-Josef Becker am Sonntag mit Bischöfen aus dem In- und Ausland einen Festgottesdienst im Dom gefeiert. Unter den Gästen waren der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, der Bischof des französischen Partnerbistums Le Mans, Yves Le Saux, der polnische Episkopatsvorsitzende und Erzbischof von Przemysl, Jozef Michalik, und der kroatische Erzbischof Zelimir Puljic aus Zadar.

Liborifest | Paderborn - 29.07.2013

Zum traditionellen Liborifest in Paderborn hat Erzbischof Hans-Josef Becker am Sonntag mit Bischöfen aus dem In- und Ausland einen Festgottesdienst im Dom gefeiert. Unter den Gästen waren der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, der Bischof des französischen Partnerbistums Le Mans, Yves Le Saux, der polnische Episkopatsvorsitzende und Erzbischof von Przemysl, Jozef Michalik, und der kroatische Erzbischof Zelimir Puljic aus Zadar.

In seiner Predigt ging Becker auf aktuelle Herausforderungen der Kirche in Deutschland sowie den Ruf nach Veränderung unter den Gläubigen ein. Es sei aber wichtig, deren Stellenwert nüchtern einzuschätzen, so der Erzbischof. "Wir würden zu kurz greifen, wollten wir die eigentlichen Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, allein in innerkirchlichen Schwierigkeiten lokalisieren."

Erst Gott mache die Kirche

Alle Probleme, die gemeinhin in der katholischen Kirche angemahnt würden, stellten sich in den reformierten Kirchen nicht oder seien dort bereits gelöst worden. Aber das grundlegende Problem des Christseins und des Kirchenlebens sei dort nicht weniger dramatisch, sagte Becker.

"Eine wahre Kirchenreform kann es nach meiner Überzeugung ohne Erneuerung des Glaubens und ohne tiefe Verwurzelung aller Glieder der Kirche im Geheimnis Gottes nicht geben", so der Erzbischof weiter. Es sei gerade heute wichtig zu betonen, "dass wir nicht aus uns selbst Kirche sind und dass nicht wir die Kirche machen, sondern dass Gott selbst uns zur Kirche macht".

Dies sei eine demütige Erkenntnis, so Becker weiter: "Wir können die Kirche nicht einfach aus eigener Kraft gestalten und nach unserem Belieben ordnen. Die Gegenwart Gottes in der Mitte mache ein Kirchenvolk aus."

Ursprung im Jahr 836

Das Patronatsfest hatte am Samstag mit der Erhebung der Reliquien des heiligen Liborius (348-397) begonnen. In einer Zeremonie war der Schrein mit den Gebeinen des Heiligen aus der Krypta in den Hochchor der Kathedrale getragen worden. Dabei erklang der Libori-Tusch.

Das Fest dauert noch bis zum 4. August. Es gibt Gottesdienste, Kulturveranstaltungen sowie ein Volksfest. Bundespräsident Joachim Gauck hatte zudem als Schirmherr am Freitag die Mittelalter-Ausstellung "CREDO - Die Christianisierung Europas im Mittelalter" eröffnet, die in drei Museen der Stadt zu sehen ist.

Das Fest steht unter dem Motto "Libori im Jahr des Glaubens. Heute Zeuge des Glaubens sein". Damit soll es sich laut Becker einreihen in das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene und von Papst Franziskus fortgesetzte Jahr des Glaubens.

Das Liborifest hat seinen Ursprung im Jahr 836. Damals waren die Gebeine des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn überführt worden. So entstand eine der ältesten Städtepartnerschaften Europas. Zu den Feierlichkeiten kommen regelmäßig mehr als eine Million Besucher in die Stadt. (KNA)

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